Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 3 (1836)
- Issue
- 1.1836
- Date
- 1836-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 tigste istXkür den Menschen. Erstens schon darum, weil alle anderen Bestrebungen, Wissenschaften, Künste u. ,s. w. nur für Einzelne sind, die Neligiön für alle Menschei/. Sie ist der Mittelpunkt alles Menschlichen, sie ist das Allgemeinmenschliche, das, was Jeden berührt, Jeder bedarf, Jeden erhält, Jeden bildet; das, was in der Höhe und Liefe' des Menschenthums gefaßt, verstanden und ergriffen wird. Zweitens, weil sie die Quelle alles wahren irdischen Glückes ist. D"enn je mehr sich der Mensch von ihr entfernt, desto mehr wird er den äußeren Wechselfallen deS Hebens unterthan; sein Frieden, seine Ruhe, seine Sicherheit werden allein abhängig von den Zufälligkeiten des weltlichen Lebens, von dem, was er unter diesen für gut oder böse, für glücklich oder unglücklich, für angenehm oder unangenehm hält. "Je mehr er sich aber der Religion nähert, ihr anhangt, in ihr lebt, und sie in. sich leben läßt:, desto mehr erhebt er sich über die Wechselfälle deS äußeren LebenS,. wird ihrer Herr, und rettet aus'allen derselben sein Glück, ^cinen Frieden, seinen Trost und feige Lust heraus. Drittens, weil die Religion tausend Genüsse nnd Süßigkeiten bietet,^die dem leeren Herzen des in der Weltlichkeit allein sich bewegenden Menschen fern hleiben, in welchem jeder Genuß nur Abspannung und Bitterkeit hinterkäßt. Endlich, weil sie den .Blick des Menschen auf daS Jenseits lenket, ohne welches das irdische Leben nur Bruchstück bleibet. Sie nimmt die menschliche Seele auf ihre Flügel, und läßt sie zwischen Himmel und Erde ihren Flug nehmen. Sie läßt das irdische Leben aus der Vogelperspektive.erschauen, und aus dieser allein wird es frei und ungebunden betrachtet. Dies Alles ist bekannte Wahrheit, nichts Neues. Aber da diese jedem einzelnen Menschenhcrzen, so viele ihrer zu schlagen beginnen, einzuprägen ist, aber da diese Wahrheit wohl bekannt, und auch Erkannt, aber immer noch viel ztk> wenig, verwirklicht wird: muß eine jede Wiederholung .willkommen sein. Ua» aber dieser Wahrheit den Eingang in die Herzen