Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 12 (12.1835)
- Date
- 1835-12-01
- Page
- Seite 436 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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436 scher, Freuden und Schönheiten, denn sie werden ihm Me genommen, und der Winter seines Lebens lätzt nichts davon übrigals die Erinnerung — Schein b l um enanS Fenster gemalt, und vom ersten Hauche verlöscht. Dies lehret uns de^Winter zuerst, dies ist daS erste Echo-der Natur auf das Wort der heiligen Schrift: Er bringet seinen Schnee wie Wollenflocken, streuet seinen Reif wie Asche, wirft EiS in Schollen! 'X ' /, ' Meine Freunde! Der Frühling ist heiter, der Sommer voll Lust, der Herbst fröhlich) aher der Winter ist ernst. Warum? Die Natur hat ihr Festkleid abgeworfen, und daS ArbeitSkleid niedergelegt, aber ein Fastenkleid angethan. "Sie ist des bunten Flitterwerks überdrüssig, und des Schmucks und Landes müde geworden. Die Sternenkröne auf dem Haupte, und dtt weiße Hülle uin die Glieder, will sie ruhen vom Schaffen und Treiben, gleichsam ihren Mrneren Gang mit sich überlegen, und die Gedanken der Schöpfung ^bedenken. Sie hat alle Lust und sinnliche Freude verbannt, sie hat ihre Mächte gedehnt, ihre Tage gekürzt, ihre Winde wehen rauher und heftiger^ ihre Ströme hält sie im Laufe an. Darum führet der Winter auch den Menschen von der äußeren Welt ab, und weiset ihn zweitens — nach innen, in sein eigenes Inneres hinein. — Ein Jeglicher eilet von seinen Wegen nach Haufe, von den Straßen in die Gemächer, so auch von der äußern Welt in feine Seele hinein. Der Sommer lockt unS hinaus Ln die blühinde Natyr, in daS reizende Gefilde, zü lustwandeln unter den grünen Laubdächern, aber der Winter verscheucht unS auS der Flur Ln unsere Häuser und Klausen hinein. Wenn dann die Stunden der langen Abende sich langsam abfpinnen, dann spinnen wir unS wohl in unsere Zigene Gedankenwelt hinein, und die Tage unseres Lebens, und der Wechsel dieser Lage, und die Freuden und Sorgen dieses Wechsels, und die verblichenen Schatten der Vergangenheit steigen in unserer Seele, vor unserer Erinnerung herauf. O möchten