Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 12 (12.1835)
- Date
- 1835-12-01
- Page
- Seite 416 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ufer der Besonnenheit eilt, so auch wir. Was mir vor Allem höchst lobenS- und dankenswerth erscheint, ist,., daß Ihr Ministerium nicht verordnet, decretirt, edicirt, wie eS gerade gelauntlst^- sondern daß es erst entwirft, und den Entwürfoer betheiligten Partei erst linttheilt, und deren Ansichten und Vorschläge darüber einfordert, bevor es seinen Entwurf zu einer Verordnung umgestaltet. Dies ist eine Humanität, die,!so viel mir bekannt ist, noch kein K. Ministerium sich hat zu Gute kommen lassen, eS bekundet eihe Liberalität der Gesinnung, die schon den guten Erfolg verbargt. Da gab eS und gibt es viele Regierungen, die auf's Zeug ly^btzfehlen und anordnen, ohne Kenntniß der jüdischen Angrl'chenbeiten, des Judenthums und der Juden. Weshalb denn alle Anordnungen hinter dem wahren und eigentlichen Bedürfnisse zurück- -leiben, und zwar die Scheibe, aber nicht das Schwarze treffen ^'so daß hinterher Alles, beim Alken bleibt. Dieser Gedanke, die Juden über ihre eigenen Bedürfnisse, Interessen und Wünsche zuvor selbst zu befragen, gehet durch den^ gäNzen Entwurf hindurch. Die Erwählung eineprovisorischen Ausschusses, die Bestimmung eines permanenten Neligwns-Vorstandes, die Prüfung der jüdischen Lehrer durch christliche Behörden, mit Zuziehung eines jüdischen Gelehrten, alles dies geht von derselben humanen und verständigen Gesinnung aus. Dir Erfahrung hat es mich, pnd wohl Alle gelehrt, die in und mit dem Judenthume leben, daß die wesentliche Verbesserung unsrer Angelegenheiten weder von einer Negierung allein, noch von uns selbst allein auSgehen kaNm Von einer Negierung allein nicht, weAunser Stand viel zu viel verwickelt und vielfach ist, als daß jemals ein Nichtjude kipe genaue und wahrhafte Kenntniß aller Nücksichten^und BeHrgungen hqben könnte, .und weil die Masse der Jaden viel zü grgwöhnijch ist, als daß sie, was ganz und gar^von außen kommt, -mit wahrer Lust und wahrem Leben in sich aufneDmen, hegen und pflegt