Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 10 (10.1885)
- Date
- 1885-10-01
- Page
- Seite 364 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/7166791-7167212-8877276--0825-7167675- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
matt denn zu Jemandem gehen , der nicht zu unsrerZeit lebt? So fragen schön unsre Alten -ei/dieser Stelle! —* Aber ein Mann stll rsein, der in und Mit der Zeit lebt, der "die Vorzüge und auch aste die Mängel der Zeit vollkommen begriffen hat! — Die Vorzüge unserer Zeit muß ex erkannt haben und zu wücdkgen wissendamit er nicht zwerghaft still stehe hinter den Riesenschritten der Zeit, und die Morgenröthe eineS^beffern Strebend, die Israel aufhricht, nicht zurückhalte, nicht umdüstre mit din dunkeln Nebeln längst'verblichener Vorurtheile!— Aber auch die Mängel der Zeit muß er erkannt haben! Die Laster und Leidenschaften unser- Zeitalters, die Selbstsucht, da- Streben nach sinnlichem Genüsse, die Gleichgültigkeit gegen alle- Höhere, muß er bitter empfunden haben, damit er unönicht zu rasch und zu übereilt führe durch die Wogen der Zeitwd wir dann nicht mehr rückwärts schauen können, ohne zur Salzsäule zu erstarren, ohne daß jeder Ä!lck, den wir zurückwerfen, ein Blick der Wehmüth sei, wegen der falschen Richtung, die wir eingeschlagen haben! , Von Dank und Freuden erfüllt, über den von Jahr zu Jahr sich erneuenden Gegen de- Feldes, sprechen die Dar- , bringenden der Erstlinge ihre frommen Gesinnungen vor dem Ewigen auS , wie M heißt : ,-Jch kommehiermit vor dem Allgütigen zu erkennen, „daß ich in da- Land gekommen bin, das der Ewige „unfern Eltern zu-efchworen, unzu geben! " Beherziget dies wohl, meine Freunde! Wollet ihr als religiöse Israeliten dem Ewigen eine würdige ErstlingSgabe bringen, st sei eS Dankbarkeit! Anerkennung seiner schönen Gaben und Geschenke, die er über unser Leben auSbreitete! — Lasset nie jtzßS Undank- Spüren blicken! Leider ist dieein Fehler, welcher so Vielen unsrer Glaubensgenossen anklebt z wie oft vergessen sie den Wohlthäter, den Geber de- Guten, und mit kecker Selbstgenügsamkeit Werken-