Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 10 (10.1885)
- Date
- 1885-10-01
- Page
- Seite 355 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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pheten Stimme verklungen, nachdem sie sich nledergesegt zum Sterben — auch der Schäll des heiligen Schofarö^verstitget und verklingt, so stark er auch ist. Aber was des Geistes " ist, bleibt ewig, wie Gott, wie sein Odem, wie unsre Seele,, wie seine Lehre. Darum, wenn sie auch äußerlich verklingen, innerlich Wen sie bleiben, im Geiste sollt ihr sid^X aufbewahren, die Töne der Posaune; und was sie in euch erweckr, wie ihr sie hörtet, und wie sie euch durchdrangen, welche Gedanken und Gefühle sie-heraufbeschworen in euch diese sollen bleiben, diese sollen nich^absterben, wenn die Töne verstorben sind, und die Vorsätze und Entschlüsse, die sie in euch zuwege gebracht, sie sollen nicht aufhören, wenn, die Töne al^fgehört. O deS Wankelmuths des menschlichen Geistes! » leicht bestt^lich, seicht verfahrt, leicht bewogen, leicht verändert — wie ein inastloseö Schiff den Wellen des LebenS preisgegeben, jedem Zugwind überlassen, der sie mit fortreißt. Meine Brüder! So erstarret heute euren Willen, erstarket ihn fhr alle Tage des ganzen Jahres, schreibet euch heute >eine unveränderliche Bühn eures Lebens vor, entfermr heute asten irdischen Staub und Moder aus eurem Herzen, werdet heute Meister eurer Leidenschaften, heute für immer, auf daß ihr nicht wieder zurhckfallet in den Schlummer, auS » dem ihr heute erwacht. Höret, lasset euch durchdringen, und bewahret in eurem Geiste; und wenn" die Stünde der Versuchung §ommt, die Stunde, wg die Sünde aüstritt mit ihren Lockungen, wo die Wollust in euer Öhr lispelt, wo der Eigennutz euer Ohr belagert, wo der Neid in euer Ohr -raunt, wo"der Haß euer Ohr bestürmt, wo die Jtreligion euer Ohr mit Hohnlachen erfüllt — dann gehe aus eurem Innern der Wiederhall des Posaunenklangs hervor, der übertöne sie Alle, der Posaunenhäll der Religion, der Liebe, der Frömmigkeit, der Tugend —^und^ vor'diesem Posaunenklang sollen sie schweigen und verstummen. Dann, dann habt ihr ihn recht gehört, dann hat er euch ganz durchdrungen, dann habt ihr ihn ganz verstanden, und ihr wandelt im Lichte des, Herrn, und sein Antlitz strahlt euch /u, und segnet euch, Amen!