Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 8 (8.1835)
- Date
- 1835-08-01
- Page
- Seite 288 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/7166791-7167212-8877273--0747-7167569- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
288 o falschrn Ehrgeizes. Fraget den Verbrecher, waS ihn in die Arrne det Sünde geworfen? er wktd euch ost^I sehr oft zu antworten haben: der falsche Ehrgeiz. Fraget den Begüterten, waS ihn, der schon genug beflht, um ein ruhiges, gesegnetes Dasein zu verleven, zu unaufhörlicher Anstren-P güng, zu ewigem Ringen und Trachten bringet^ Der falsche Ehrgeiz. —< Der brennend^ Wunsch, geliebte Zuhörer, mehr zu sein als seine Genoffen, so viel zu sein, als die etwas höher stehen, eine hohe Meinung v/on sich unt!er den Äen- Men zu verbreiten; durch Prunk und Tand zu glänzen; oder der noch falschere Ehrgeiz, der sich der Herrschaft anmaßen will Über seine Erdenbrüder, Hbtt hie Menschen, dttz dockalle gleich sinh vor Gott und vor sem Tode: dieses sst es, welcher die Augen de- Menschen blinder, welcher ihn sich, seine Familie, sein Heil iw Jenseits, seinen Gott zu apfern antreibt. Würde doch ein Jeder gerade vor sich hinwandeln, den Pfad, auf den ihn der Allgerechte gestellt, d ie Kräfte ^gebrauchen, die ihm verliehen worden, mit den Gütern ^zufrieden sein, die ihm sein Fleiß ruhig verschafft, und nicht aus dem ihm angewiesenen Kreise zu schreiten versuchen — wie friedlich märe die Menschenwelt. Der falsche Ehrgeiz! Denn den wahren kennen Wenige, erkennen ihn selten: Der Ehrgeiz, ein braver, rechtlicher Mann, eine brave rechtliche Hausfrau, ein frommer, gottesfürHtiger Israelit, ein wohlthätiger, barmherziger Mensch, guter Sohn, ein treuer Bruder und Gatte zu sein und zu heißen: den Ehrgeiz kennen wir selten^ und beherbergen ihn selten in ^unsrer Brust. — Uüd so war es denn dieser falsche Ehrgeiz mit aller seiner finstern LeihenschaftlichkÄt, der den Horach, den Leviten, beherrschte und ihn antkieb, sich gegen den Mann Gottes aufzulrhnen, sich zu stellen, getrennt von der Mitte der ganzen Gemeinde. Und eine solche Trennung war denn auch seine Strafe. Denn so' wie er sich trennte von der Gemeinde, so befahl Moses der ganzen Gemeinde: Weichet von den Gezelten dieser frevelhaften Män krer, berühret sie nicht, und nichts voZ dem Jh.