Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 7 (7.1835)
- Date
- 1835-07-01
- Page
- Seite 254 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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bringen, haß ihr Gegenstand gewöhnlich aus dem rituellen und juridischen Gebiete entlehnt war, selten aber dem moralischen angehbrte, daß sie in einer Mischung von rabblnischer und^ verdorbner deutscher Sprache gehalten worden, ist bekannt. Besonders aber ist hervorzuheben, däß sie nicht als rpeseNt l i cherTheildeSG ottehdirnsteS galten und angGhen wurden, sondern als ein zwar an sich notbwendiger, aber durchaus nicht gottesdienstlicher Zusatz.* Sie waren eigentlich, um inich eines altekthümlichen, abet attbekännttn Wortes zu bedienen, ein „Lernen" in der Synagoge.— 2» dieser Beziehung können wir allerdings nicht das Predigen als eine neuere Form der Drgschoth an» sehen, wenn es sich auch allenfalls daran anreihen ließe. Änreihen, insoser^, da sowohl der Talmud der Masse immer fremder wird, d. h. sich iiümer Wenigere finden, die ihn kennen und verftthen) aI auch, weil die jetzige Zeit sich vielmehr zuni möralischen^unN theosophlschen Theile der Religion neigt, und diesen zu seinem Bedürfuiffe macht, Etwas da sein muß, um, wie sich die Aelttfen auSdrücken, NUN 'N2N zu hören. Insofern aber das Predigen ein wesentlicher, regelmäßiger Theil deS Gottesdienstes wird, eine bestimmte, kunstgerechte Form hat, sich bloß außer Text und'gelegentlichen Anführühgen in der deutschen Sprache bewegt, und einr ganz andere Tendenz besitzt, nämlich wie gesagt, eine moralische und theosophische, denn auch da, wo eS sich in's Zeremonielle versenkt, geschieht.eS, am die zu Grunde liegende moralische MA theosophifche Idee zu finden. picht aber um daS^EeremoWÜe an sich selbst zu betrachten und eS fest zu stellen, welches rö vielmehr als gegeben vorauSsetzt: insofern, sage ich, ist daS Predigen eine neue Institution. Frägt es sich eben nun-, inwiefern eS mit der bisherigen Form untzreS Gottesdienstes in wahrhaften, festen, innigen, harmonischen Zusammenhang tritt: so wird man bald einsehen, daß das Predigt» sich am füglichsten mit dem Vortrage auö der Thora (mit der^r sogenannten Le ine »^verbindet, uyd mÄ diesem zu Einem verschmilzt.