Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 6 (6.1835)
- Date
- 1835-06-01
- Page
- Seite 217 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/7166791-7167212-8877243--0674-7167489- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zu verehren, gegen die Eltern Ehrfurcht zu habess, Aeltere zu ehren, den Gesetzen zu gehorchen, der ObrigM^Folge zu leisten, die Freunde zu lieben, gegen die Frauen uns klug zu betragen, die Kinder zu lieben, Hie Diener menschenfreundlich zu behandeln, verpflichtet sind; daß wir aus > Glücks fällen nicht zu viel Freude , aus Unglücksfällen nicht zu viel Trauer ziehen, der Wollust uns nicht ergeben, durch den Zorn nicht Hinreißen lassen. (Kap. X.) Lieben diesem ist durchaus nicht, die körperliche Uebung zu vernachlässigen, um sowohl den Körper geschickt als stark zu machen. Wie man bei heiterm Himmel das bereitet, waS gegen Sturm und Ungewitter schützt, so muß man sich in der Jugend die Tüchtigkeit als -ein /Reisegeld für das Alter vers^a^en. Doch muß man Hierin Maß halten, damit man dadurch vom eigentlichen Studium nicht ahgehalten werde. (Kapitel Xl.) Die Erziehung Muß durch Ermahnu^ und Lobspruch, nicht durch Schläge und schimpfliche Behandlung geleitet werden. Lob und Tadel müssen abwechseln, damit die Knaben nicht durch zu viel Lob aufgevlasen werden, und durch zu vielen Tadel die Scham verlieren. (Kap. Diejenigen Eltern irren seht, welche ihre Kinder mit zu vielen Arbeiten i überladen, um sie auf einmal gelehrt zu machen; denn dadurch werden sie gerade lässig und schwerfällig: 'wie die Pflanzen etwas Waffe« ernährt, zu viel eksticke Die Erholung ist die Würze der Arbeit. Noch mehr Tadtl aber verdienen die Eltern, welche, wenn sie ihre Kinder den Lehrern übergeben haben,, sich gar nicht mehr um sie bekümmern. Man muß bisweilen ihre Fortschritte selbst untersuchen- und nicht glle Hoffnung auf Methlinge setzen. Auch pflegen die Knäben selbst an Eifer zu gewinnen, wenn sie wissen, daß sie Rechenschaft geben müssen. Am meisten muß man das Gedächtniß der Knaven üben, denn dies ist wie ein Magazjn des Wissens. Darum fabelten die Alten, daß die Mnemosyno (daS Gedächtniß) die Mutter der Musen sei. Hierbei muß man nicht berücksichtigen, ob die Kinder von Natur starkes oder schwaches Gedächtniß .s/ - " /