Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 1 (1.1835)
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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43 M die durch den NabbiniSmus gepredigt^ und bewirkte Lei- .U denschaftSlosigkeit sein, die sie der fanatischen Leiden- ZI schaftlichkeit, die auf sie einstürmte, widerstehen ließ. Dem E vorurtheilsfreien Leset wird die Richtigkeit dieser Bemerkung E selbst auS dem vorliegenden Werke einleuchtend werden. Eben so wenig können wir das Urtheil unterschreiben, wels cheö ^der Verfasser üb^r den Talmud Andern na chspricht: „Bedauern muß man ein Volk, bei welchem die Wiffen- ) schaft seiner unterrichtetsten Männer nichts Besseres hervorzubringen vermochte, als so ^unzusammenhängende, kindische H und abergläubige Sammlungen u. s. w., unv wenn er XS. 13) "ur die in diesen geheiligten Büchern durchschimmernde Idee einer ausschließenden Vorliebe/Göttes für das jüdische Volk und die daraugeschöpfte Hoffnung einer glänzenden Zukunft für die einzigen wohlthätigen Resultate der talmlidischen Bücher zur Bewahrung vor Verzweiflung und zur Aufrechthaltung der Menschenwürde im jüdischen Volke halt. „Es konnte," meint er ferner, „sich» über aste Ungerechtigkeiten der Nationen durch die Ueberzeugung trösten, daß es nichtdesto weniger daS geliebte Volk Gottes bleibe, und daß es eines Tages mit dem Messias im Triumphe in das gelobte Land zurückkehren werde. DieS ist viellescht der Hauptgrund, warum das jüdische Volk nicht untergegangen ist." Wir müssen dem Allen geradezu widersprechen. Jene Ideen von der Vorliebe Gottes und jene Messiasideen sind, wenn sie je im jüdischen Volke lebhaft waren, demselben keinesweges auden talmudischen Schriften, sondern auS der heiligen Schrift selbst gekommen, wie leicht nachzuweisen ^ist. Sie sind eS aber am allerwenigsten, die dem Talmud einen so großen Einfluß auf die Gemüther verschafften. Mehr der Umstand, daß er den Juden von der ihn nach dem.großen Schicksal seiner Nation am 0ten W 3830 umgebenden feindlichen Welt gänzlich abschloß, Ruhe des Gemüthes durch Beobachtung der zahlreichen häuslichen und kirchlichen Ceremonien in ihm hervorrief, ihn durch die Verwirrung des^ Mittelalters durchführte, und dennoch