Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1 (1834)
- Issue
- 10 (10.1834)
- Date
- 1834-10-01
- Page
- Seite 318 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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318 K ist; der größte Theil des weiblichen Geschlechts weiß kaum, wer eigentlich Iosua, Simson, Saul, Samuel u. f f. waren, viel wmiger, daß sie Kunde von dem hätten, was im Buche Daniel, in Efra, Nehemia, de» Maecübäern u. s. s. zu finden ist. Diese Unwiffenheit wird indeß ganz natürlich dem erscheinen, der mit der Art und Weiftwie bis jetzt der Untericht dleftr Art in den jüdischen Elementarschule» ertheilt wurde, vertraut ist.HMn den traurigen Schülgefängniffen — denn fo nur kann man die früher», jetzt wohl «och an wenigen Orten Wehenden, von Polen dirlgirten Kinderschulen alten Schlages benennen — wo „vor Zeiten, und noch im Beginn dieses Jahrhunderts! die Hugend der tyrannischen^ Diftiplin eines verzweifelten Pädagogen ausgesetzt war, beschränkte sich der Unterricht ganz und gar auf einige Bücher des Pentateuchs in hebräischer Sprache. Nur Mit den Fähigem wurden nebst Raschi'S Commrntare auch andere Bücher der heiligen Schrift durchgenowmen; mit ihL ° nen eilte man bald zum Studium des Talmuds, so daß sie icht selten erst später, wenn sie bereits Mifchna und Geara ln fich ausgenommen hatten, mit den schwierigem heilen der heiligen Schrift bekannt wurden. Jenen Unhigen aber,> oder denen, die der Bröde^erb bald aus de» chulen trieb, blitben die Schicksale ihrer Nation säst gänzlich unbekannt Daß von einer Benutzung der heiligen Schrift uÄ ihrer Erzählungen zur Veredlung des Gemüfhes und Erstärkung des religiösen Lebens hier nicht die Rede war und bei bewandren Umständen nicht ftin konnte, bedarf kaum der Erwähnung. — Unh" dennoch wurden unsere heiligen Bücher mit einer Ehrfurcht von Groß und Klein den handelt, blieden/für Schule und HauS Gegenstand der tiefsten gemüthlichsttn Verehrung, waren daS Rational- und Kamilienklemod, neben welchem Nichts für heiliges ehrwür» Higer, unverletzlicher gehalten wurde — eben weil Haus und Schule i» ihrer religiöse»/ Tendenz übereinsttmmten, wejs überall derftlbe Zweck -- inniges mit fich selbst nicht entzweites gemächlich - religiöses Leben, vorschwebtr. Ka-m man -er-Einfalt und dem Zeitgeist eS verargen, wenn die