Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1 (1834)
- Issue
- 8 (8.1834)
- Date
- 1834-08-01
- Page
- Seite 255 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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251 higfeit, es auszuführen wohl ihm! dann Hätte es die SeMung gewiß erlangtdie er ihm verhieß.^ Da aber nichH sondern es von vorn herein ein unvpllkomMenes, lückenhaftes Wesen blieb, zerrissene Verhältnisse: so mußte jene Votausverkündigung vdn den Schicksalen des Volkes * eine historische Wahrheit werden^ Urael mußte erst reifen, aber da die Reife gekommen, waren die Verhältnisse anders geworden; die Zeit, wo in Vorderasten eine Menge kleiner Völkerschaften selbstständig bestehen konnten, war vorüber; nur noch die Ruhe unter Persien, dann legte sich der ganze Sturm der damaligen Welt auch über Israel; die Ungewitter wechselnder Gewalten der Griechen, Syrer, Aegypter, Römer, Parther entluden ihren Theit auch über die Juden. Wie konnte es nun anders werden, als vom Norden herein über die Alpen Völker stiegen, welchen die Donne der Civilisation. nie geschienen, Hunnen von Ehina'S Grenzen, Gothen vom schwarzen Meere, Vandalen und Avaren: als die einzigen bestehenden Ueberreste einer nun untergegangenen alten Welt standen die Juden da, und reichten hinein eine fremde Zugehdr in die neue Wtlt. Vok da analst die Bestimmung deS jüdischen Stammes ganz anders zu fassen. Die Aufgabe war es, sich anstatt der frühern Volksselbstständigkeit nunwehe eine bürgerliche Selbstständigkeit unter den neuen Vdlkerä zu erringen. Eibe nun über anderthalbtausendjährige Anstrengung, kostet aber wir sind so ziemlich am Scheidepunkte angekommen. Meine Herren! diese Erkenntniß, nicht mehr, ein Volk, sondern eine NelL^ gion, eins religiöse Gesellschaft zu bilden, d. h. in bürgerlicher Beziehung ganz den Länderst anzugehören, wo wir geboren werden, in religiöser Beziehung ganz uns und unserm Glauben, diese Erkenntniß, glaübe ich, Muß den wichtigsten Einfluß auf unsre Moralität Haben. In jeder auße r r e l i g i öFe n Beziehung müssen wir uns asstmiliren, dann emancipiren wir uns selbst, und werden der Riesenschritt der Zeit ist unS dafür Bürge -7emancipirt werden.— : Hl B. M. L6, 14 folg.