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Jahresbericht · 1931-01-01 · 1931 · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 14 (sequence 21)
Language
German
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IRI
…/7083615-7086972--22-7084605
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Reich Beihilfen aus seinem Hilfsfonds erhalten, in der Hauptsache zur Bezahlung von Studien- und Prüfungsgebühren. Dem Israelitischen Kindersparverein in Köln gewährten wir auch im Jahre 1931 einen Zuschuß, von 1000 M., speziell für das Kinderheim; es betreut 130 Kinder, hauptsächlich arme ostjüdische Kinder, doch auch solche aus dem früheren Mittelstande. Aus dem uns gegebenen Bericht geht hervor, in wie schöner und rationeller Weise zugleich dem Individuellen im Kinde Rechnung getragen und der Gemeinschaftsgeist in ihm entwickelt wird. Hilfswerk in Polen. In Polen hat die Pauperisierung der jüdischen Bevölkerung ganz erschreckende Formen angenommen. Die Wirtschaftspolitik der Regierung, die das Ziel verfolgt, die Staatsindustrie auszubauen bzw. die Industrien und den Export zu verstaatlichen, hat zur Schwächung der Privatinitiative geführt, auf Kosten des; Kleinhandels und der Handwerksunternehmungen. Der Hauptantßil der unmittelbaren Steuern fällt auf Handel und Industrie zugunsten der privilegierten Landwirtschaft. Sie belasten am meisten die jüdische Bevölkerung, die von Handel und Gewerbe lebt. Die Juden machen 33 °/o der städtischen Bevölkerung aus. Die Arbeitslosigkeit unter den Juden ist katastrophal, was in der amtlichen Arbeitslosenstatistik nicht zum Ausdruck kommt, weil wegen der besonderen Struktur der jüdischen Bevölkerung in Polen große Scharen jüdischer Arbeitsloser nicht aus den Fonds für soziale Versicherung, wo besondere Register der Berechtigten geführt werden, bedacht werden. Die Zahl der Juden, die von der öffentlichen Woldfahrt Unterstützung erhalten, ist gewachsen. Andererseits hat die Wirtschaftskrise die jüdischen Organisationen für soziale Hdfe gezwungen, ihre Tätigkeit einzuschränken. Die Hilfe der amerikanischen Judenheit für diese Organisationen ist wesentlich geringer geworden. Dies gilt auch von den Unterstützungen der amerikanischen Juden für ihre Verwandten in Polen. Das Elend verstärkte sich angesichts der Unmöglichkeit einer Auswanderung in größerem Maße. Beachtenswert ist die Tätigkeit der zinslosen Darlehnskassen, die in Hunderten von Städten und Städtchen bestehen. Am 13. März wurden die rechtlichen Ausnahmebestimmungen außer Kraft gesetzt, die sich aus der Abstammung, Nationalität, Sprache, Rasse und Religion eines Bürgers der polnischen Republik ergeben. Es handelte sich um Rechtsbeschränkungen der jüdischen Bevölkerimg aus den Zeiten der Zarenregierung. Die jüdischen Schulen haben im Jahre 1931 eine außergewöhnliche Krise durchgemacht. Sie erhalten keine Subsidien vom Staat und sind daher ganz auf die eigenen Kräfte der jüdischen Bevölkerung in Polen angewiesen. Die Tendenz der Aufsichtsbehörde, aus den jüdischen ///

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