Jahresbericht
- Journal
- Jahresbericht
- Volume
- 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 19)
- Language
- German
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schwierige Fälle erledigt und Krankheitsbehandlungen veranlaßt werden konnten. Herr Dr. Rosenak, der Leiter des Bremer Büro, unternahm im Februar 1931 eine Reise nach den Vereinigten Staaten, wo er Informationen in Auswanderungsangelegenheiten eingezogen und Verhandlungen wegen einzelner Emigranten geführt hat. Besonders komplizierte Probleme sind in solchen Fällen zu bewältigen, bei denen es sich um Staatenlose, um Personen mit ungeklärter oder unbekannter Staatsangehörigkeit handelt, die ohne politischen Schutz sind, und bitter — oft vergeblich — um Aufenthalts- und Arbeitsrecht kämpfen müssen. Der Jüdische Hilfsausschuß in Köln erhielt yon uns in Fortsetzung früherer Subventionierung für das Jahr 1931 einen Beitrag von 2000 M. Wir gewährten ferner dem Jüdischen Armenverein in Aachen, der Jüdischen Zentralwohlfahrtsstelle in Danzig und dem Durchvvandererheim in Frankfurt a. M. Zuschüsse in Höhe von insgesamt 2200 M. Die Permanente Internationale Konferenz privater Organisationen zum Schutze und zur Wohlfahrt von Wanderern, in Genf, der wir angehören, beschäftigt sich gegenwärtig u. a. mit dem Problem des Unterhalts von Familien, die von Wanderern zurückgelassen worden sind, der Versicherung von Wanderern gegen Unfälle während der Reise, und der Heimkehr von Wanderern, die ohne Mittel landen. Bei der Zusammenkunft, die am 7. und 8. September 1931 in Genf stattfand, hat Herr Edouard Oungre von der Jewish Colonization Association uns vertreten. Die Jewish Colonization Association (ICA) hat für unsere Emigrationsfürsorge wiederum einen Betrag von 50 000 M. beigesteuert. Wir sprechen ihr an dieser Steile unseren wärmsten Dank aus. Wir standen in enger Arbeitsverbindung mit der Gesellschaft HICEM (Hias-ICA-Emigdirect). In dauernder Zusammenarbeit mit europäischen und außereuropäischen Organisationen konnten wir Interventionen sowie Recherchen durchführen, die für das Schicksal von Familien und Einzelpersonen von Bedeutung waren. Es handelte sich um Zuführung von Geldmitteln und Herstellung von Verbindungen zwischen auseinandergerissenen Familienmitgliedern. Es werden noch immer Gesuche um Ausfindigmachung von Personen an uns gerichtet, die seit dem Weltkriege verschollen sind. Unsere Aufwendungen für die Auswandererfürsorge und die Unterstützung von Menschen, die zunächst noch nicht reisen können, betrugen im Jahre 1931 rund 90 107 M. Wir können sagen, daß wir durch diese finanzielle Leistung, abgesehen von der organisatorischen Arbeit, die vorstehend geschildert wurde, jüdische Gemeinden und Wohlfahrtsämter in hohem Maße entlastet haben. Es wurde die Weiterleitung von Geldern fortgesetzt, die Juden in Argentinien, Brasilien und Kanada an Verwandte in Rußland, den Randstaaten und anderen Ländern senden. Die Jewish Colonization 12