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Jahresbericht · 1931-01-01 · 1931 · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 11 (sequence 18)
Language
German
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IRI
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stark unterscheidet. Es herrscht dort nicht Arbeitslosigkeit, sondern Arbeitermangel, und zwar Mangel an bestimmten Kategorien qualifizierter Arbeiter. Die Wanderung vollzieht sich heute nicht immer in gerader Linie vom Heimatsland zu einem Einwanderungsland, sondern auch auf weiten Umwegen über verschiedene Erdteile. Es kommen ferner, gerade in den jetzigen Zeiten stärkster wirtschaftlicher Depression in den osteuropäischen Ländern, nicht selten Fälle vor, in denen an die Rückwanderung nach der alten Heimat sich früher oder später wieder die Neuauswanderung nach dem Lande, das man verlassen hat, oder nach einem anderen Lande schließt, und dies alles, ohne daß — wie das früher oft der Fall war — die Gelder von Verwandten aus überseeischen Ländern zur Verfügung gestellt werden können, weil diese Angehörigen sich selbst in größter Not befinden. Auswandererfürsorge ist jetzt mehr als je erforderlich. Die Wanderer brauchen — abgesehen von materiellem Beistand — mehr denn je Informationen und Rat; in höherem Maße als sonst sind Interventionen unerläßlich. All dies hat auch zu einer verstärkten Zusammenarbeit der Organisationen in den einzelnen Ländern wie zu internationaler Kooperation geführt. Deutschland ist auch unter den veränderten Nachkriegsverhältnissen ein besonders wichtiges Durchgangsgebiet für die Wanderung nach Westeuropa und nach Übersee sowie für die Rückwanderung von dort. Im Jahre 1931 passierten unter unserer Fürsorge den Schlesischen Bahnhof 18 897 Aus- und Rückwanderer (8604 Männer, 6572 Frauen und 3721 Kinder), davon 4338 Nichtjuden. Durch Neu-Bentschen, wo unser Vertrauensmann tätig ist, fuhren 4200 Juden. Es handelt sich einerseits um Auswanderer nach kontinentalen und überseeischen Ländern, andererseits um Bückwanderer. Über Hamburg gingen 2900 Auswanderer, die im Überseeheim oder anderwärts logierten; über Bremen 1500. In unserem Hauptbüro in Berlin wurden 1000 Personen — abgesehen von unserem Bahnhofsdienst auf dem Schlesischen Bahnhof — beraten. Die Fürsorgetätigkeit unserer Zentrale in Berlin und der Schutzkomitees in Hamburg und Bremen erstreckte sich auf Beratungen, Beihilfen und Interventionen aller Art, Verhandlungen mit Schiffsgesellschaften, Konsulaten, Polizeibehörden und Fürsorgestellen, städtischen Wohlfahrtsämtern und jüdischen Gemeinden. Es fand eine rege Zusammenarbeit mit Organisationen in kontinentalen und überseeischen Staaten statt. Auf Wunsch jüdischer Organisationen in solchen Ländern, in denen es keine Vertretungen Sowjetrußlands oder Chinas gibt, wurden durch unser Büro in Berlin Paßformalitäten erledigt. Auswanderern, die Betrügern und Ausbeutern zum Opfer gefallen waren, wurde Hilfe erwiesen. Im Daniel Wormser-Haus in Hamburg konnten Aus- und Rückwanderer wochen- und monatelang untergebracht werden, während welcher Zeit von unserem Komitee n

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