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Blätter · 1917-10-01 · 9 (10.1917) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
3 (1917)
Issue
9 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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als Voranmeldung an die zuständige Stelle und zur vorläufigen Beruhigung unseren wackeren Ungeduldigen eingeflochten. Ist erst die Öffentlichkeit hergcstellt und damit die Mitarbeit aller oder vieler ermöglicht, so wird der Schrei nach Arbeit und Aufgaben schon an Tonstärke verlieren. Verstummen indessen wird er, fürchte ich, damit noch nicht. Eins freilich darf dabei nicht übersehen worden: in Sachen des Klall Jisroel darf nicht der dicke, grobe Weitzbinderpinsel streichen. Es gehört dazu eine Gcwissensfeinheit, eine Zartheit des Vorgehens, einen jeden Einzelfall durchdenkende Sorgfalt, die nicht jedermanns Sache ist. Die Minhogim sind überall verschieden", scherzt ein geflügelt Wort; und so viel verschiedene Minhogim es gibt, so viel Rücksichten sind bei den Agudo-Schöpfungen zu nehmen. Nach der Schablone kann in jüdischen Gewissensdingen nicht gehandclt werden. Darum wird auch nach vollzogener Neuordnung das Schwergewicht der Leistungen dem Arbeitskomitee verbleiben müssen, und der Ruf nach Ausgaben wird für die Einzelnen nicht ganz verstummen. 2. Leise noch, aber schon vernehmlich drängt unsere Jugend nach Erez-Jisroel-Arbeit. Ist das ein Wunder? — Wahrlich nicht! Seit achtzehnhundcrt Jahren weint die jüdische Nationalseele um ihr zorstörtes Heiligtum, beten Israels Söhne und Töchter für die Rückkehr der Sch'chino nach Ziaun, wenden sie dreimal täglich ihr Antlitz gen Jerusalem, spenden sie ihre Gaben für Erez Jisroel. Und nun, da der Krieg umstürzend cingreift in das Dasein der Nationen und Länder, im judenreichsten Lande die Judenfesseln brach, für die ficineu Völkerstämme die Gleichberechtigung gebieterisch fordert, sollten wir für unser Väterland nicht Hoffnung schöpfen, die Hoffnung auf Freizügigkeit und Gleichberechtigung? Wohl halten wir uns fern von ungesunden, ausschweifenden Hoffnungen. Unser Nationalgesctz rettet, weise zügelnd, das jugendlich-stürmische Gespann vor dem Sturz: nichts von ״jüdischer Republik", nichts von mit Mögendowid gezierten ״jüdischen Regimentern"! Nichts von Gewalt. Und auch nicht mit Diplomaten-Kunst wollen, dürfen wir ״aufziehen gegen die Mauer", die geliebte, teuere Wcstmauer an der Stätte unseres Heiligtums. Aber wenn vielleicht das eins der Kriegsziele im Weltenplan des Jsch Milchomo ist, wenn die Türkei uns in Palästina Raum und Recht zum Bodenerwerb auf gesicherter Grundlage gewährt, wenn sic Juden nicht mehr nur als Fremdlinge, sondern als freie Bürger zuläßt — sollen wir nicht dankbar und freudig außer unseren Augen, unseren Herzen und unseren Groschen auch unsere pralltische Tat hinwenden dürfen zu dem Lande, das uns vor 3400 Jahren zugeteilt wurde, das vor vier Jahrtausenden unser Vater schon als gefeierter N'ssi elaukim bewohnt hat? Es ist ein Mizwo, vier Ellen jüdischen Landes als Eigentum zu haben. Wir wollen uns alle diese arba ammans heiligen Bodens kaufen. Dann wird auch darüber zu reden sein, daß die Agudas Jisroel in eigener Siedelung

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