Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 9 (10.1917)
- Date
- 1917-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 sondern auch trotz der störendsten Eindrücke, wie z. B. der Weltkrieg einer ist, der sich jetzt in unseren Tagen abspielt, — indem wir trotz solcher Eindrücke diese Überzeugung kräftigen, daß Gott nach unwandelbaren Gesetzen der Allweisheit, Allgerechtigkeit und Allgüte die Welt regiert und mit besonderer Huld die Geschicke der Menschen lenkt, daß er ferner, je beflissener wir unser Tun seinem Willen an- Passen, daß er daun umsoweniger dem Naturgesetze oder gar einem blinden Zufall unseren Geschicken gegenüber Haltung einräumt. Diese Wahrheit nun hatte eben der jüdische Landwirt zu betätigen, wenn er die Erstlingsfrüchte seiner Äcker, Weinberge und Baum- Pflanzungen nach Jerusalem trug, um dort in vorgeschriebenen Sätzen der betreffenden Empfindung Ausdruck zu geben und dann die Früchte selbst als Geschenk für den Priester zurückzulassen. So leuchtet uns auch der schöne Sinn des Satzes ein: biscimi bikkurim schenikro reischis. Durch die eben dargestellte Pflicht und durch andere ähnliche erlangt der jüdische Landwirt passende Gelegenheit, sein Schaffen und Wirken in dem großen Kreise, den ihm sein Berus außerhalb seines Hauses zuweist, im Zusammenhang mit Gott zu halten. Es muß aber auch ein ähnlicher Zweck in dem kleinen Kreise angestrebt werden, den das Familienleben um den häuslichen Herd bildet, damit auch dort, wo die Familie gemeinsam wirkt, das Tun und Lassen von einem tiefen Gottesbewußtsein getragen werde, stets von einem starken religiösen Glauben ausgehe, ein festes Gottvertrauen als Stütze behalte und die Verbindung mit Gott liebe.- und hingebungsvoll unterhalte. In dieser Beziehung hat wieder die waltende Hausmutter Gelegenheit, sich um die Pflege des religiösen Geistes verdient zu machen, indem sie beim Brotbacken die vorgeschriebene Challoh vom Teige ausscheidet, und somit für ihr Teil an der Wahrung des Gottgedankens teilnimmt; darum heißt es auch- Bischvil Challoh sohenikro reischis. Um es noch einmal zusammenzusassen: Welche Lehre sollen wir nun aus dieser Betrachtung ziehen? Das Wichtigste aus der Welt ist die Thora vorzüglich ihretwillen ist die Welt vom Schöpfer erschaffen, und uns Jisroel fällt vor allem die Aufgabe zu, den Thora- Gedanken in die Welt zu tragen. Dazu hat jeder einzelne für sich und in dem kleinen Kreise seiner Familie Pflichten zu erfüllen, die durch das Beispiel von der Challoh symbolisiert sind. Aber cs kommt nicht allein darauf an, daß jeder einzelne für sich seine Pflichten erfüllt, sondern er muß sich auch, und das wird durch Mizwas bikkurim ausgedrückt, an der Erfüllung der Mizwaus beteiligen, die kalall jisroel zufallen, die Pflichterfüllungen jedes einzelnen müssen zentralisiert werden, so wie cs damals nach Jcruscholajim hin geschah. Und darin liegt eben die Ausgabe, die uns, der Agudas-Jisroel zufällt, und die in unserem Programm ausgesprochen liegt, — auf Bewahrung und Behütung der Thora-Pflichten im einzelnen zu achten und die Lösung der jeweiligen jüdischen Gesamtheitsanfgaben im ■׳;1' >;!, \ ו