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Blätter · 1917-06-01 · 5 (6.1917) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
3 (1917)
Issue
5 (6.1917)
Date
1917-06-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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sterung- Und so kam es denn, wie e» kommen mußte. Die Bewohner fühlten sich nicht wohl im dargebotenen Raume, waren beengt durch die unpassenden Mauern. Ließen zwar aus Pietät und Anstand den Bau bestehen, zogen aber bald wieder aus und lebten weiter in ihren eigenen Häusern, die au» ihrem Holz geschnitzt waren, wo sie Hausherr waren, und wo sic ihre Seligkeit nach ihrer Fasson erarbeiten durften. Aber auch von all dem Aeußeren abgesehen, der Bund trug keine Früchte, weil die Zeit zu einer jüdischen Jugendbewegung noch nicht gekommen war. Nach alle dem war es selbstverständlich, baß unsere Jugendorganisation, die doch die gleichen Ziele verfolgt, deren höchste» Streben auch dahin geht NUN und NN12!t zum Wegweiser unseres ganzen Leben» zu machen, jüdische Gedanken zu verbreiten und die jungen Juden in das Studium unserer heiligen Tchristen einzufllhren, da war e« selbstverständlich, daß der frühwelke Bund von der frischflammenden Agudaorganisation verzehrt wurde. Sein Titel, der unserer Organisation anhängt, zeuge späteren Ge׳ schlechteru, daß wir einen lebensunfähigen Vater hatten, und warne die Jugend zukünftiger Zeiten, wieder der alten Stagnation und Indifferenz anheimzufallen, die tückische» Gift für jegliches Vereinsleben ist. IV. Als zweite Gruppe hatten wir mit den zionistischen Vereinen zu rechnen. Sie waren nicht in umfassender Organisation zusammengeschlossen, bestanden hier und da in größeren und kleineren Städten. Wie alle Zionisten, sind die jugendlichen ganz besonders feurige Anhänger ihre« Ideals, begeisterte Verteidiger ihrer Ideen und Gedanken. Bei ihnen kreist aller um das Baseler Programm, in dem einen Verein mehr radikal wie in dem anderen; im ersten durchaus Kulturzionisten üm Sinne Bubers, im zweiten mehr rationell und abwägend, wie Kurt Blumenfeld den Weg zeigt. Jedenfalls alles junge Leute voll flammender Begeisterung für ihr Ideal, interessiert nur für ihre Ziele und alles, was nach ihrer Ansicht damit zusammeuhängt. Wir wissen bei ihnen, mit wem wir cs zu tun haben, können uns gegen sie nötigenfalls wehren und vor ihnen verteidigen, können gegen sie auflrete» und geistigen Wettstreit zum Aus׳ trag bringen. Können ihnen zu beweisen suchen, daß ein jüdischer Iugendverein erstlich seinen Mitgliedern Iüdischkeit beizubringen hat und nicht dar sozialdemokratische Prinzip vertreten darf, Religion sei Privatsache. Jedenfalls kann hier ein ehrlicher Kampf der Meinungen ausgefochten werde». Wir wollen den zionistischen Vereinen die innere Berechtigung ihrer Existenz gerade so wenig abstreiten, wie sie unser Recht auf Jugendpflege werden leugnen können.

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