Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 4 (5.1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 Miegs-Pesacb in Rumänien. Von Ben Ami Esri. Ihr Freunde daheim, Ihr wäret in den Wochen vor Pesach in froher Erwartung, in regem Vorbereitungseifer. Uns, den gleichgesinnten Soldaten im fernen Rumänien, hat recht gebangt vor dem Feste. Wie sollte es uns möglich werden, es vorschriftstreu zu begehen bei dem schwierigen Verkehr, der zwischen der Heimat und hier draußen besteht! Die am 14. Schewat von Hause abgeschickte Megillo war am Purim-Nachmittag eingetroffen — wann werden die Mazzos kommen, wann die anderen Sendungen der Freien Vereinigung? Die Frage beschäftigte uns wochenlang. Da erfuhren Wir zu unserer Freude, daß der jüdischen Zivilbevölkerung zu Pesach Mehl zur Verfügung gestellt wurde. War es auch nicht vom Schnitt des Weizens an unter der gehörigen Obhut gehalten, so entschied doch der wackere benachbarte Ortsrabbiner, daß man sich Beschaas hadechak dainit abfinden könnte. Um für alle Fälle gesichert zu sein, bat ich an zuständiger Stelle im Interesse der jüdischen Soldaten, daß auch für uns Mehl bereitgestellt werde. Eine entsprechende Verfügung war aber schon gerade im Tagesbefehl veröffentlicht worden, und so konnten wir ruhigeren Herzens dem Iomtoiv entgegensehen. Der Urlaub nach der Heimat war nur wenigen Soldaten vergönnt, so sehr wir alle darauf gehofft hatten. Nun fragte man sich: wo und wie werden wir die Sedcr-Abende verbringen? Doch dank dem Eifer und der Umsicht unseres Feldgeistlichen wurde auch diese Schwierigkeit behoben. In kurzer Zeit erreichte er es bei den höchst entgegenkommenden Militärbehörden, daß uns in der nächsten Stadt für die Feiertage die große Synagoge zur Verfügung gestellt wurde und für die Scderabende eine Kaserne daselbst, wo auf Veranlassung des Kommandanten ein großer Teil der auswärtigen Soldaten in Nebenräumen beherbergt wurde, während der Rest Privatwohnungen bezog. Da zudem auf Veranlassung der Freien Vereinigung die Armeeleitung verfügt hatte, daß die jüdischen Soldaten bis zum Mittag am Erew Pesach in der Stadt sein müßten, so füllte sich gleich am ersten Abend die Schul' mit militärischer Pünktlichkeit. Es bot sich angesichts dieser feldgrauen Fülle ein Bild, wie es nur im Kriege und nur den Soldaten des Feldheeres gegönnt ist. Aus einem Wirbel von Gedanken an's Daheim, an die Vergangen-