Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 5 (5.1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Rabbiner Dr. Ehrentreu-München / Die alte, ewig junge Lehre. ebenfalls in die Worte kleiden könn.-n: בכל דוד ודור חייב אדם לראות את עצמו כאלו הוא עמד על הר סיני zu jedem Zeitalter sind wir ve» Pflichtet, die Tatsache der Offenbarung nicht nur als eine historische, der Vergangenheit angehörende, sondern als ein gegenwärtiges Ereignis, als eine neue Erscheinung anzusehen. Und doch wird andererseits nachdrücklich hervorgehoben, daß die Tora eine בהלת אבות Ri• Sie soll eben beides bilden, eine מורשה und eine הדשה. 1. תורה צור■ לנו משה מורשה קהלת יעקב. Die Lehre, die uns Mosche gegeben, sie ist ei» Erbteil der Gemeinde Jakobs. Der Nachdruck liegt hier auf dem Worte מורשה Erbteil- Sie ist das Erbe, das wir von unseren Väter» überkommen haben, die es treu behütet, durch die Stürme und Fährnisse der Zeiten getragen haben, auf allen ihren Wanderungen mit sich geführt, mit ihrem Herzblute vertcitigt haben, und das wir ebenfalls, wenn wir würdig sein wollen, ihren Namen zu tragen, unseren Kindern ungeschmälert und unangetastet überliefern wollen- Das ist der Sinn, die Bedeutung des Wortes מורשה Erbteil. Unsere Weisen sagen: תורה שאין לה בית אב אינה תורה Eine Tora, die kein Vaterhaus hat, die nicht ihre feste Wurzel, ihre UNerschlltterliche Grundlage besitzt in der religiösen Erziehung des Eltern- Hausesdie wird keinen Bestand haben, die Schule und das Lehrhaus, sie können wohl das ihrige tun, um den religiösen Gedanken zu vertiefen und zu verinnerlichen, wenn sie aber im Elternhause keine Unterstützung finden, wenn dort nicht der Grund gelegt und vorgearbeitet wurde, dann sind ihre Bemühungen nur ein Säen in den Wind und ihre ganze Tätigkeit ist zur Unfruchtbarkeit verurteilt- Es kommen so viele Kinder zu uns, deren Gemüt religiös veranlagt ist, deren Herzen sich öffnen gleich durstigen Pflanzen, um den himmlischen Tau der Lehre in sich nufzunehmen und am Born der Tora sich zu laben. Aber nach und nach gehen sie uns verloren, verdorren und verkümmern sie, weil sie im Boden des Elternhauses, dort, wo sie wurzeln, keine Pflege finden- Die Tora ist eine מורשה Erbteil, das vom Vater auf den Sohn, von der Mutter auf die Tochter übergehen soll- Um sie aber zu einer מורשה zu machen, muß auch bei den Kindern die Empfänglichkeit und Wertschätzung für das Erbe der Väter vorhanden sein, die Pietät muß in ihrem Herzen