Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 3/4 (März/April 1916)
- Date
- 1916-03-01
- Page
- Seite 29 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/6467833-9641076-9641080--0194-6468238- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aus unseren Gruppen. 29 Arbeit ganz auf sich allein gestellt war, zu festerem Zusammenschluß geführt. Wir können da auf ein Jahr tatkräftiger Arbeit im Sinne der Agudoh-Jdee zurückblicken. Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit stehen natürlich unsere S ch i u r i m. Der regsten Beteiligung erfreut sich der K i z z u r S ch u l ch a n Aruch-Schiur, den uns unser verehrter Raw, Herr Dr. Ehrentreu allwöchentlich erteilt. In die Schönheit der Bibel-Poesie uns einzuführen, bezweckt der von unserem ersten Vorstand Herrn Dr, Levi geleitete I e s a i a- S ch i u r. Neu ausgenommen im letzten Vierteljahr und freudig begrüßt wurde der Kurs: Jüdische Ethik mit zugrundeliegenderLektürevonLazarus, ״EthikdesJudentumes" dessen Leitung Herr Justizrat Dr. Fraenkel übernommen hat. Und dann haben wir noch unseren Schabbos-Schiur, dessen Leitung wir, die Mitglieder der Mädchengruppe selbst im letzten Jahre haben übernehmen müssen. Da haben wir denn aus der Not eine Tugend gemacht und in unserem S i d r a h s ch i u r den Mitgliedern die Gelegenheit und Notwendigkeit geboten zu eigenem Tora-Studium freier selbständiger Aussprache. Die Wochensidrah, die dazu einschlägigen Erklärungen usw. bieten den Stofs, auf den sich abwechselnd eine der Damen vorbereitet und der dann oft willkommene Gelegenheit zu anregender Diskussion gibt. Durch den Drang der Zeit notwendig gemacht und in unser Programm ausgenommen wurde das andere Gebiet unserer Tätig keit, die Teilnahme an der K r i e g s f ü r s o r g e. Als im März des vorigen Jahres der allgemeine Aufruf zur Hilfsaktion für die galizischen Flüchtlinge durch unsere Gemeinden ging, da übernahm die Agudah-Mädchengruppe für München die Sammlung der Kleider und Wäschestücke, die in großen Sendungen nach Wien abgingen. Durch die uns zur Ver fügung gestellten Geldmittel, Stoffe usw. konnten wir ferner eine N ä h st u b e einrichten. Allwöchentlich kamen wir in den uns dazu überlassenen Räumen des jüdischen Kindergartens einen Abend zusammen und haben da viel Schönes fertiggestellt und ebenfalls nach Wien geschickt zur Verteilung an die Flüchtlinge. Dabei verbanden wir mit diesen Abenden auch sozusagen Propagandazwecke. Nichtmitglieder und die jüngeren noch schul- Pflichtigen Mädchen haben wir zur Mitarbeit aufgefordcrt und mit unserer Organisation und ihren Bestrebungen bekannt gemacht.