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Blätter · 1916-03-01 · 3/4 (März/April 1916) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
3/4 (März/April 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
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W. S. Jacobson / Die Judenfrngc eine Wirtschaftsfrage. 15 Hie ^udenfrage eine wirtschastssrage. Von Wolf S. Jacobson-Hamburg. (Schluß.) Die Hauptstadt eines Landes nennen wir die Zentrale, und oiesen Namen können wir jeder Großstadt geben, denn sie ist dadurch ausgezeichnet, daß sich in ihr Alles zentralisiert. Wir finden in ihr, und das ist f-Ur sie charakteristisch, ihr verkleinertes Spiegelbild vielfach wieder: Den Zusammenschluß Vieler unter einer Verwaltung. Eine der modernsten Erscheinungen des modernen Wirtschastslebcns ist eben die Zentralisierung, die Vertrustung und der Zusaminenschluß in Syndikaten. Das hat sein Gutes und sein Schlechtes, für den Fortbestand des Judentums ist, es u. E. eher von ungünstigem als von günstigem Einfluß, denn: Je mehr und je größere Betriebe von einem Willen abhängig werden, mag dieser Wille nun ausgehen von einer Person oder von mehreren, desto größer wird die Abhängigkeit der Vielen von wenigen sein und desto schwerer wird es den Vielen sein, ihre Individualität den Wenigen gegenüber zu behaupten. Wären die Wenigen, deren Willen für die Anderen maßgebend ist, auf die Stärkung religiöser Dinge bedacht, dann würde der Zusammenschluß und die Abhängigkeit der Vielen von religionsförderndem Einfluß sein. Erfahrungsgemäß ist dem aber nicht so. Trusts, Syndikate und Aktiengesellschaften, überhaupt jeder gewerbliche Betrieb ist nicht zu dem Zwecke geschaffen, Ethik, moralische Werte zu fördern, sondern Geld zu verdienen, und man braucht das gar nicht weiter auszuführen, um zu merken, wo der Kernpunkt liegt und um zu sehen, daß der Trust den Willen des Einzelnen ausschaltet, bezw. an seinen Willen fesselt. Als wir vom Einfluß des Wirtschaftslebens auf die jüdischeil Verhältnisse in der Kleinstadt sprachen, da wollten wir diese Frage Prüfen an der Möglichkeit, Schabbos zu halten. Die Schabboshut diene uns auch hier als Gradmesser für den Einfluß des modernen Wirtschaftslebens auf das religiöse Leben. Alle Großbetriebe werden, wenn oft auch jüdisches Geld sie finanziert, und jüdische Köpfe sie beraten, ihrem Personal an! Schabbos nicht frei geben, denn der

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