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Blätter · 1916-03-01 · 3/4 (März/April 1916) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
3/4 (März/April 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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Die Arbeitsvermittlung der Agudas Jisroel. 9 Die flrbettsvermilllung der flgudas jisroel- Ebensowenig wie wir in Deutschland etwas verspüren von den Wirkungen des Krieges selbst, abgesehen von jenen unbedeutenden, durch welche er in unser tägliches Leben eingreift, merken wir etwas von seinen Wechselwirkungen, d. h. ebensowenig wie wir uns ein Bild machen können von den Schrecken des Krieges, so können wir uns auch nicht vorstellen jenes Werk, das getan wird, das Elend und die Not zu lindern. Auge und Ohr sehen und vernehmen, ohne daß das Gesehene und Gehörte in uns greifbare Vorstellungen gewinnt. Wir hören, wie furchtbar die Armut ist, wie gewaltig die Not, die in Polen wütet, wir hören, wie groß und wie anerkennens wert das ist, was insbesondere von jüdischer Seite in deutschen Landen zur Steuer dieser Not getan wird. Aber wenn wir hören, daß die Kalischer Volksküche jeden Tag 3500 jüdischen Personen, die Lodser £500, die Warschauer 18000 unentgeltlich Mittagbrot verabfolgt, dann können wir uns doch keine Vorstellung machen, was das in der Praxis heißt, welcher Aufwand von Arbeit, welche Summen von Energie das kostet. Wir hören, daß jüdische Darlehnskaffen mit Kapitalien von Hunderttausenden gegründet werden, um jene zu unterstützen, die zu verschämt sind, aus öffentlicher Speisung sich beköstigen zu lassen, und die nur deshalb nehmen, weil es ja »ur ein Darlehen ist, das man ihnen gewährt und das sie zurückerstatten ivollen. Wir hören von Einrichtungen von Kinderheimen, voie der Gründung von Waisenhäusern, davon, daß Hunderten von Kindern die Eltern genommen, die Väter durch den Krieg getötet, die Mütter entführt sind, und all das, was wir hören, sagt uns, daß so groß das Hilsswerk anch ist, unendlich viel größer die Not immer noch bleibt.

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