Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 3/4 (März/April 1916)
- Date
- 1916-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Dr. M. Jacobson / Israels Glaube an die Zukunft. bezwingt und es nicht für gegen seine Ehre hält, mit dem armscligsten Haustier ans einer Krippe zu essen ואיי' כבקר יאכל תק; einst wird kommen die glückliche Stunde, in der Eitelkeit und Ungenügsamkeit dahin sind und die Selbstüberwindung als Trium- Phator dem Genius der Menschheit das Lorbeerreis des Friedens um die Stirn windet. III. Ist aber diese Sicgesstunde der Selbstüberwindung und Geuügscnnkcit noch nicht gekommen, so ist auch der Menschheitsfriede noch nicht da, und so kann er nicht da sein, iveil er nicht denkbar ist ohne den Völkcrfrieden und der Völkerfriede nicht denkbar ohne Selbstüberwindung und Genügsamkeit. Weil c i n Volk weiß, daß das andere ihm an Macht überlegen sein Witt, weil jedes weiß, daß die geringste Verletzung der Eitelkeit den Brand des Krieges entzünden, iveil die Ruhmsucht der Großen sich nicht überwinden kann, darum kann das gegenseitige Vertrauen nicht stetig, das Gefühl der Sicherheit nicht fest werden. Und gegenseitiges Vertrauen und Gefühl der Sicherheit ist ja die Signatur der erlösten Menschheit. Mögen Andere anders denken, wir können in einer Gesellschaft, die eine milliardenteure Rüstung trägt, die ihre besten Jugendkräfte mit Millionen von Mord- und Zerstörungswerkzeugen bereit halten muß, daß sie sich gegenseitig Furcht cinslößen und Zurückhaltung cmferlegen, in der die Kunst der Staatsmänner, die Tätigkeit der gesetzgebenden Körperschaften und die Leistungsfähigkeit der Bürger vor allem der Kriegsertüchtigung des Volkes dienstbar gemacht wird, in der noch Völker sich vor einander fürchten und durch einander beunruhigt werden, in der noch einer den anderen zu überliücn trachtet und die Aufrichtigkeit vor der Schlauheit zittern muß — wir können in einer solchen Gesellschaft nicht die erlöste Menschheit erkennen. Wir können aber auch nicht glauben, daß cs immer so bleiben und daß letzten Endes immer das Schwert entscheiden muß. Wir glauben, daß doch noch einmal der Säugling ruhig vor dem Schlupfloch der Natter spielen und vor der Höhle des Bastlisken das Kind sorglos sein Lied erklingen lassen darf ושעשע ינק על חר פתן ועל מאורת צפעוני גמול ידו הדה daß Schlauheit und Arglist, Heimtücke und Bosheit gebändigt, die Furcht vor ihnen geschwunden, gegenseitiges Vertrauen und das Gefühl der Sicherheit unter den