Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 1 (1.1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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14 M. L. , Aus Palästina. Die kamen nach Kowno in der Hoffnung, wenigstens ihr Heim in Ordnung zu finden. Aber wie sah es innen aus, schrecklich! Die Möbel weggeschleppi oder zertrümmert, ebenso die Fensterscheiben und Türen, die Fußböden aufgerissen und die Decken durchstoßen. Aber dies alles war nicht etwa durch die eiserne Notrvendigkeit des Krieges verschuldet, mir schienen es nur die Folgen eiuer wahnsinnigen Zerstörungswut zu fein. An dieser Stelle möchte ich einem Vorwurf entgegenlreten, der unseren polnischen Glaubensgenossen viel gemacht wird, nämlich dem Vorwurf, sie würden unsere Soldaten beim Verkauf Überteuern und ausnützen. Man bedenke, daß der Rubel, der früher M. 2.— bis 2.20 kostete, plötzlich durch den Krieg sehr gesunken ist und sofort nach dem Einrücken unserer Truppen auf M- 1.6», jetzt 1.5» festgesetzt wurde. Entstand schon allein hierdurch ein großer Verlust, so kamen noch die unsicheren Verhältnisse, die große Nachfrage und das vollständig fehlende Angebot hierzu. All dies verursachte ein ziemliches Hinaufschnellen der Preise. Aber diese Preissteigerung war gar nicht so schlimm, wie erzählt wurde. Wohl habe ich einmal für einen Laib Weißbrot, das vielleicht 50 Pfg. wert war. eine Mark bezahlt, aber wenn der Alaun 2 Mark verlangt hätte, ich hätte sie ihm auch gegeben. Sonst habe ich für ein Glas Tee höchstens 1» Pfg. gegeben, nie mehr, eine Flasche Bier kostet 3» Pfg. und wenn mal hier und da 35 Pfg. verlangt wurde, dann gabs bald mordsmäßigen Krach. Es ist gut, auch hier Uebertreibungen auf das richtige Maß zurückzusühren Wenn wir alle einen baldigen ehrenvollen Friedensschluß herbeisehnen, so geschieht das nicht zum mindesten im Interesse unserer armen Glaubensbrüder im besetzten Polen, die, zwischen Hammer und Ambos stehend, die ganze Schwere dieses unheilvollen Krieges verspüren, vollständig im Dunkeln darüber, was ihnen die nächste Zeit bringen wird. -□ Aus Palästina. Von M. L. Schon im Monat Aw des verflossenen Jahres wurde von Frau Dr. Auerbach in Petach Tikwoh eine Mädchengruppe der Agudas Iisroel gegründet. Im Saale des neuen Schulgebäudes der Mädchenschule erklärten die Herren Dr. Auerbach und Dr. Levin den versammelten größeren Schülerinnen, Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und schnlenlassenen Mädchen