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Blätter · 1916-01-01 · 1 (1.1916) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
1 (1.1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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6 Hanna Lipstadt-Hamburg Ein Gruß aus dem Hamburger Kindergarten. 34 Knaben und Mädchen lustig in ihrem Kindergarten und lernen vielerlei.. Dafür danken wir vor Allem Fräulein Edith Joel, die sich so viel Mühe gab, uns ein schönes Heim zu bereiten, dafür danken wir unserer lieben Tante Ella >,Frl- Levyjund allen lieben Helferinnen, die uns lehren, schöne Chanuka-Lenchter zu malen, Lesezeichen zu sticken, zu flechten, zu klebe», daß die bunten Farben nur so leuchten Und die hübschen Lieder und Kreisspiele nicht zu vergessen, wenn die jungen Fräulein helfen, sich in Schlangenketten lustig und geschickt durch alle Räume hindurch zu winden. Am liebsten aber lauschen wir den schönen Gedichten, wenn draußen der Wind heult und die Regentropfen an die Fensterscheiben prallen und wir dann von dem, großen Sturm hören, der das Schiff, auf dem Iunah fuhr, zerstören wollte! — So würden unsere kleinen Zöglinge sprechen, wenn sie könnten; denn alles das sagen ihre leuchtenden, frohen Augen dem Besucher. Es ist aber bedeutend mehr als eine Gelegenheit zum frohen Spiel und zu spielender Belehrung, was wir durch unseren Kindergarten in's Leben gerufen haben. Der lebhafte Besuch, die Freude mit der das Unternehmen allgemein begrüßt ward, beweisen, wie stark das Bedürfnis nach einer solchen jüdischen Gründung war. Biele Mütter versichern uns ihres innigen Dankes, daß sie in dieser schweren Zeit, wo sie oft mühseligem Verdienst nachgehen müssen, wo die Versorgung des ini Felde stehenden Mannes mit Nahrungsmitteln, viel Zeit und Arbeit erfordert, ihre Kinder so gut aufgehoben wissen. Von den geschickten Arbeiten der Kinder sprach die Ehanukah-Ausstellung, auf der die Kleinen ihre im Kindergarten für die Eltern angefertigten Geschenke zeigten und damit so viel Beifall fanden, daß Bestellungen auf Kalender, gestickte Nadel- und Notißbüchlein, in Fülle eingingen. Der Verkauf der ansprechenden Geschenke kommt natürlich den Anschaffungen des Kindergartens zugute. Höher als diese Handsertigkeitsausbildung, steht der gleichmachende Einfluß des Zusammenlebens von Kindern der minder- und mehrbegüterten. Stände. Flüchtlinge aus Galizien fühlen sich kameradschaftlich zu den anderen Kindern hingezogen; jeder Gedanke an eine trennende Scheidewand, die äußere Glücksumstände errichtenkönnten, fällt im Kindergarten einer Agudah fort. Vielleicht vermag diese Spiel- und Arbeitsgemeinschaft aller, segensreiche Einwirkungen auf das kindliche Gemüt zu hinterlassen, auf daß es in späteren Jahren nimmer den törichten, häßlichen Unterschied zwischen arm und reich fühle: noch weniger ihn anderen fühlbar mache. Viele andere zarte Gemütskräfte werden geweckt und gebildet; wie wertvoll ist das tägliche Füttern der hungrigen Vögel mit den kostbaren

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