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Blätter · 1915-07-01 · 3 (7.1915) · p. Seite 3

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Journal
Blätter
Volume
1 (1915)
Issue
3 (7.1915)
Date
1915-07-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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Rabbiner Dr. S. Löwy-Hamburg, Zu den »drei Wochen". 3 als Sündenvorwand und Beschönigung, da 221N2 222V1 und ^2'N Dienst artet in Abgötterei aus °?2'2 2'2PN1. Wuchtige und tief eindringliche Lehren überliefert uns die MVv, wenn sie die Geschehnisse des 222 aufgezählt. — Ebenso ernst und eindringlich sind die Lehren des 2"ti. Unsere Väter in der Wüste wollten vom schrankenlosen G'ttoertrauen nichts wissen, von jenem Vertrauen, das den 2822" s2 beseelt, ob ihn Feinde bedrohen, ob Not und Finsternis ihn umgeben. Sie glaubten, daß nur Menschenmacht und Witz die Geschicke des Einzelnen und der Gesamtheit lenken, und in der Nacht der Ungewißheit und des bevorstehenden Kampfes blickten sie nicht zum Lenker der Geschicke auf, sondern weinen, trauern und jammern. KINN 2>2'22 Op" 1222. Dieses auf die Menschenmacht vertrauen, sich umso kräftiger fühlen, jemehr Waffen und Menschen für uns einstehen, war auch die Ursache des s22N. Nur auf den Höchsten vertrauen und wenn auch „rings um mich Feindeslager ist, wenn auch Krieg und Kamps mich umlauern, trotzdem vertraue ich aus IHN"; denn „nicht in Heeresmacht und nicht in Kraft besteht die Stärke des Menschen", vergaßen jene, welche nur auf die Stärke Bethars bauten. Auch diese Stadt siel, auch diese Feste, nur von deu Waffen der Menschen verteidigt, wurde durch Menschenwitz erobert. Und der mächtige Feind höhnte die Besiegten. Den Boden Jerusalems ließ er vom Pfluge durchschneiden, gleichsam spottend, daß diese Stadt, trotz ihrer Mauern und Ringwälle seiner Machtlaufbahn kein Hindernis bilde, daß sie gleich einem Felde von ihm niedergetreten sei. Unbewußt hat uns dieser siegestrunkene Römerherrscber eine heilsame Lehre auf unseren Dolusrveg mitgegeben: Kiku belmjil, bskiwiwli, ki im bruxcki, owiti- U^80ULN". Das schutzlose Feld ist unter G'ttes sicherer, als die waffenstarrende Stadt. Hat Israel sich nicht dieses zu Herzen genommen, ist es unbesiegbar! So erzählt uns der Talmud (Gittin b8a): Als einst R. Joschua bei Thananja in Rom weilte, sagte man ihm, daß sich ein jüdischer Knabe im Gefängnis befinde. R- Joschua eilte hin und fragte mit Stimme: O'sN22 282V'1 2^p'NO'V22 sN) '2 (Ies. 42). „Wer gab Jakob der Vernichtung und Israel deu Plünderern preis?" Durch das Gitter rief ihm der Knabe den zweiten Teil des Propheten- Wortes zu: 1N2I22 1P2v2l fflvn 1'21)2 128 8^1 l2 1182N 1s "N 82 N „fürwahr der Ewige ist's, da wir gegen ihn gesündigt haben, nicht

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