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Blätter · 1915-03-01 · 1 (3.1915) · p. Seite 9

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Journal
Blätter
Volume
1 (1915)
Issue
1 (3.1915)
Date
1915-03-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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Dr. L. Deutschländer, Die Belebung unserer Bibel i. d. Gegenwart 9 solches verkannt: '2 N2ti verachte der „Mutter Weisheit" nicht, auch wenn sie alt geworden. Nun aber, als von allen Kanzeln herab jedes einzelne seiner Blätter, so scharf und glänzend und doch so beseligend und erquickend, den Zugang zu ihren Herzen fand, da wandelte sich in ihrem Herzen der Staub der Vergänglichkeit, den sie früher auf dem alten Bliche geschaut, in den Goldglanz der Ewigkeit. Und was in der heimatlichen Kirche, oder im Bethaus, auf Feindesland in ernster Stunde also gewonnen ward, scheint zu dauernder Wirkung und bleibendem Gewinn bestimmt. Wir selbst, die schon in der ersten Stunde der Not, nach tausendjährigem Väterbrauch fast wie von selbst zu dem alteil Buche griffen, um den seelischen Halt zu behaupten, mir waren nicht Zeuge jener Wiedererweckung. Doch mit erhöhtem Seelenton hat einer der führenden Geister, ein Mann, der die Vertretung der neutestamentlichen Wissenschaft an der ersten Universität des Reiches seit Jahren innehat, die Rückkehr des deutschen Volkes zum Buche des alten Bundes als eine der herrlichsten Wirkung des Krieges gepriesen: „Ich danke Gott" so läßt er vernehmen, „daß unser Volk in seiner Bibel jetzt auch das Alte Testament zu eigen hat, das harte Buch der Kriege Gottes, und darin den Psalter, das schimmernde Arsenal heroischer Religion, das allen Kämpfern immerdar die gute Wehr und Waffen und die festen Burgen darbietet". (Deißmann «Die deutsche Erweckung" Internat. Monatsschrift Kriegsheft No. 2) Und weil solche Stimme nicht vereinzelt ertönt, deshalb schenken wir ihr Glauben, mit Freude im Herzen. Ist sie doch mit jener Hoffnung verknüpft, die alle edle Geister seit Jahrtausenden erfüllt, daß das Zukunftsideal einer im Dienste Gottes geeinten und geweihten Menschheit auch über die trübe Gegenwart der Vollendung entgegenharrt. Und haben die Völker den Weg zum Weltenbuch Israels gefunden, so ist gewiß, sie finden den Weg zum O'2'N zum Endziel der Tage. In der Stunde der Gegenwart, wo das Toben des Völkerkampfes den Klang der Friedensglocken noch allzu machtvoll llbertönt, der Wunsch nur in sehnender Hoffnung in unserem Herzen lebt, da treten zwar die Friedenskundgebungen unserer großen Propheten noch nicht hervor; was heute schon das deutsche Volk aus unserem höchsten Quell geschöpft, das zeigen im besonderen zwei Veranstaltungen der jüngsten Vergangenheit, von deren tiefen Wirkung wir hier Zeugnis oblegen wollen. Die Rede eines gelehrten Professors, der Bibelvortrag einer begnadeten Künstlerin. In seinem Vortrage

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