Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 1 (1915)
- Issue
- 1 (3.1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
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2 Wolf S. Jacobson-Hamburg, geübter Krieger sein eigen nannte. Was fürchtete Egypten? Dass Israel, stark geworden im Kriege, zu Egyptens Feinden sich schlagen würde? Nimmer! Solche Begründung verlangte die Staatsraison, die Argumente brauchte für den schändlichen Mißbrauch der einst gewährten Gastfreundschaft, solche Begründung gab die Regierung, die Angst hatte vor dem gesunden Instinkt des eigenen Volkes, das sich aufgebäumt gegen diese Vergewaltigung des Rechtes, diese Knebelung der Gerechtigkeit. Was fürchtete Egypten? Egypten fürchtete den Sieg der Ideen, denen Israel lebte, und deren Verwirklichung bedeutet hätte den Triumph des Rechtes und der Gesetzmäßigkeit — und somit das Ende seines Köuigstums und seines Priestertums, die gegründet waren, auf rohe Gewalt, aus Lug und Verstellung und Heuchelei. — Egypten hatte geschickte Politiker, gewiegte Diplomaten leiteten Pharaos Staatsgeschäfte und suchten mit einem Scheine des Rechts zu umgeben das, was niedrigste, selbstische, und geborene Tyrannei war. — Aber nicht der Schein siegte, sondern das Recht. — Egypten ist untergegangen, und Israel besteht. Die Gewalten der Natur ließ Gott Egypten verspüren, die Stärke seiner Hand, die gebreitet war zum Schutz über sein Volk, und seinen ausgestreckten Arm; Egypten war Israel nicht geworden das Grab, darinnen es moderte, es war Israel geworden das Feuer der Reinigung, frei von allen Schlacken, silberstrahlend, goldglänzend war Israel geworden, würdig geworden der Sinaioffenbarung und somit seines Berufes. — Dieser Geschichtswaltung Sprache jedes Wort, ihres Geistes jeder Hauch, ihrer Lehren jede eine geben Kunde von dem Weben des Göttlichen im Geschehen der Menschen und im Geschehen der Natur. - Und gleiche Sprache, gleicher Geist und gleiche Lehre, wir finden sie wieder im Kampfe von heute. Deutschland der Gegenwart! Ein Land, dessen Regierung edle Duldung predigt, dessen Bevölkerung hier in fleißiger Arbeit dem Boden seine Segensfrucht entlockt, dort in rastloser Stetigkeit den Handel belebt, die Industrie fördert, das Gewerbe ausbreitet, ein Volk, das in unermüdlicher Zähigkeit sich einen Platz an der Sonne erworben und, frei von jeder Eroberungssucht und Händellust, geschätzt durch des Kaisers friedliebende Majestät, nur Eines wünscht, diesen sauer erworbenen Platz in Ehren sich zu wahren, so bietet sich Deutschland den Blicken des vorurteilslosen Beobachters dar. Wer sind Deutschlands Gegner, und warum wollen sie es vernichten? Da ist der eine, der den Ruhm und das Schlachtenglllck vom »Kriegsgott" gepachtet, der die »Menschlichkeit" predigt und seine