Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 9 (9.1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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A.J.J.O. Kenntnis zu verschaffen. Wir hatten demgemäß Einladungen an sämtliche Gemeinden im Bezirk von Herrn Provinzialrabbiner Di'. Cahn gesandt und außerdem noch an die Nachbargruppen in Marburg und Alsfeld und an die Gemeinden in Schlüchtern und Lauterbach. Wir durften 56 Gäste begrüßen. Die Vormittagsstunden wurden zu einem Spaziergang in die nähere Umgebung benutzt. Um 2 Uhr fand dann eine sehr zahlreich besuchte Versammlung statt, in der Herr Dr. L. Cahn über „Die Ziele der Agudas-Jisroel-Jugendorganisation" sprach. In erschöpfender Weise führte der Redner die Hauptmomente den Hörern vor Augen. 1. Bildung eines Zusammenschlusses aller Gesetzestreuen mittels einer starken Organisation, 2. Vertiefung einer jüdischen Erziehung durch einen Ausgleich zwischen profaner und jüdischer Bildung, 3. Betätigung im Dienste der großen Wohlfahrtsaufgaben, 4. Schaffung einer vom jüdischen Geiste beseelten Literatur und Presse. Im Anschluß an den Vortrag wurde ein Bogrüßungstelegramm der Jugendorganisation verlesen und dann von den einzelnen Gruppenvertretern ein kurzer Bericht gegeben. Aus Alsfeld sprach Frl. Thekla Rothschild, aus Rhina Herr Bachrach, aus Hersfeld Frl. Zerline Nußbaum und aus Gersfeld Frl. Berta Wahlhaus. Frl. Lipstadt machte die Anwesenden mit den Anträgen der Fuldaer Gruppe zum Würzburger Bundestag bekannt. Im Anschluß an das Wort: Al schlauschoh dworim Hoaulom aumed: al Hatauroh, al Hoawaudoh weal Gemillus Chasodim, wies sie eindringlich aus die Kleinarbeit im engeren Kreis der Gruppen hin und legte speziell den anwesenden Führerinnen mahnend die Aufgabe ans Herz, sich bedingungslos in den Dienst der Sache zu stellen. Eine völlige Hingabe wäre notwendig, um das uns durch den Opfertod vieler Gruppenführer umso heiliger gewordene Erbe allen Gefahren und Hindernissen zum Trotz hochzuhalten. Der Markenverkauf brachte 40 M ein. — Nach dem Schluß der Versammlung fanden sich noch einzelne Gäste zu internen Besprechungen mit dem Vorstand zusammen. Man schied abends mit dem befriedigten Gefühl: „Wir haben einander besser kennen gelernt,, wir haben gegenseitig Anregungen empfangen und gegeben, wir wollen m. G. H. in einem halben Jahre wieder zusammenkommen. Hoffentlich haben wir uns dann wieder von erfolgreicher und befriedigender Tätigkeit zu berichten". Am 25. August fand die Gründung der A.J.-Jugendgruppe in Burghaun statt. Ursprünglich sollte die Gründung v o r der Würzburger Tagung in Angriff genommen werden, doch veranlaßte ein Trauerfall in der Familie des dortigen Lehrers Strauß die Verlegung der Versammlung auf eine spätere Zeit. Nachdem Herr Dr. Leo Cahn in der erst seit wenigen Jahren bestehenden schönen Synagoge in Burghaun im Anschluß an Minchoh vor der versammelten Gemeinde über die Bedeutung der Jomim Hanauroim gesprochen hatte, ließ Herr Lehrer Strauß die durch die