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Blätter · 1918-09-01 · 9 (9.1918) · p. Seite 15

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
9 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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1f> Ingweiler i. E. Die Juden der elf. Landgemeinden sind im grüßen und ganzen in religiöser Hinsicht noch ziemlich konservativ Deshalb fiel die Anregung, die Ende Juni von Herrn Rabbiner Dr. Debre, Rappolsweiler ausging, in der Art der Agudas Jisroel-Jugendgruppen auch hier einen Zusammenschluß der jungen Leute zwecks Vertiefung ihrer jüdischen Bildung zu erstreben, auf fruchtbaren Boden. In einer von der gesamten hiesigen Jugend besuchten öffentlicheir Versammlung hat Herr Rabbiner Eh-. Debrö Zweck und Ziel der Agudoh erörtert, und die darauf folgende Eintragung in die Mitgliederliste fast aller Beiwohnenden legte dafür Zeugnis ab, daß die hiesige Jugend an der Hand ihres geliebten Führers Debre, Sinn und Lust hat, dessen hohen Bestrebungen zu folgen. Eines wußte jeder: Lernen, das jüdische Wissen vergrößern, tat Not. Mit wahrem Feuereifer beteiligten sich alle Mitglieder, 14. Knaben und 23 Mädchen, an den Unterweisungsabenden, in die sich Herr Dr. Debre und Herr Lehrer Wahl teilen. Dieser führt uns an Hand des Lehrbuches von Rath in die hebräische Sprache ein, jener unterrichtet uns in seinen ungemein interessanten und fesselnden Ausführungen in diversen Teilen des jüdischen Schrifttums. Wir lernten unter anderem einige Semiraus kennen und unter Leitung unseres Vorsängers, des Herrn Bloch, singen. Zier Zeit haben wir bei Herrn Dr. Debre das Schemauneh- Esrei zu erklären ilnd übersetzen begonnen, und wir hoffen in kurzer Zeit, dank der aufopfernden Tätigkeit unserer geschätzten Herren Lehrer, einen tieferen Einblick in die reiche Wissenschaft unseres Judentums zu gewinnen. Die Jugend will jedoch nicht allein arbeiten: auch aus Geselligkeit und Unterhaltung hat sie ihr gutes Recht. So lmternahmen wir im Verein mit der Schwestcrgruppe Stratzburg einen Ausflug nach Schloß Lichtenberg, der zur allgemeinen Zufriedenheit schön und harmonisch aussiel. Diesen Winter dürften wohl gesellige Abende und Vereinsfestlichkeiten dazu beitragen, unsere Jugend wieder für jüdische Freuden zu gewinnen. Bericht über den 1. Bezirkstag der hessischen Jugendgruppen in Fulda, am 21. Juli 1918. Da seitens der F u l d a c r Jugendgruppe in den Monaten Juni uild Juli in Alsfeld, Hersfeld, Gersfeld, Schmalnau und Rhina Jugendgruppen gegründet worden waren, stellte sich die Notwndigkeit heraus, die Mitglieder der verschiedenen Gruppen zu einem Bezirkstag in Fulda cinzuladen. Es sollte jedoch nicht nur Gelegenheit zur näheren Fühlungnahme der einzelneil Gruppen miteinander geboten werden, sondern auch den Lehrern und Vertretern der Gemeinden, in denen noch keine Gruppe bestand, sollte Gelegenbeit gegeben werden, sich über die Ziele und die Organisation der

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