Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 9 (9.1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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IS und Werte bergen, und an irgend ein bestimmtes Ereignis anknüpfen, das Flammen erzeugen und Begeisterung in viele Herzen Pflanzen kann. Das war die Würzburger Agudahtagung. Auch einige junge Leute Leipzigs ließen sich aufrütteln, schüttelten die Gleichgültigkeit von sich, und fuhren mit dem der Jugend eigenen kurzen Entschluß nach Würzburg. „Lernt Tauroh!" düs war das mächtige Postulat, das das Alter an die Jugend stellte, und freudig, freiwillig und begeistert nahmen die jungen Schultern das schwere Joch auf sich: „Wir wollen!" Man kam zurück, und die mächtige Flamme, die entsacht, war stark genug, um Andere, Abseitsstehende zu erwärmen. Der Agudahgedanke erwies sich als lebensfähig, stark auf hartem, steinigen Boden! Leicht gewinnt man die Jugend, die ein Ideal noch sucht, schwer das Alter, das abgeklärt. Das sah man ein. Dieser schweren Arbeit, die Eltern für die Arbeit ihrer Kinder zu interessieren, konnte sich die Jugend nicht unterziehen. Trotz großer beruflicher llberbürdung scheute Herr Dr. Hildesheimer, Berlin, die Reise nicht, es galt ja einer guten Sache. Am 28. August hielt Herr Dr. Hildesheimer einen Vortrag vor der großen Öffentlichkeit: „Zwecke und Ziele einer Agudas-Jisroel- Jugendgruppe". Die Tauroh ist das Wort Gottes, sie ist unser Panier für die Ewigkeit. Das war das Leitmotiv seiner Betrachtungen. Um die Torah in unseren Häusern zu rehabilitieren, um auch die Alleinstehenden um die Torah zu scharen, - dazu brauchen wir Agudas-Jisroel. Zu diesem Vortrag der Name des Referenten allein genügt, um ihn zu bewerten — zog Herr Dr. Carlebach, der aus lokalen Erfahrungen sprach, eine glänzende Parallele. Der Korreferent unterstrich jedes Wort des Vorredners, und erklärte, weshalb bisher in Leipzig von einer Agudahgründung abgesehen werden mußte. Was half es, daß von nationaljüdischer Seite versucht wurde, die Wirkung des Vortrages herabzuschwächen, tief ist es in aller Herzen eingegraben: „Wir brauchen Agudas-Jisroel, weil wir Juden sein und bleiben wollen". Man soll das Eisen schmieden, solange es heiß ist. Auch das hat man getan. Gleich am nächsten Abend fand eine die Agudas Jisroel konstituierende Sitzung im internen Kreise statt. Herr Dr. Hildesheimer erzählte den Anwesenden von seinen Erfahrungen in der Leitung von Jugendvereinen, zeigte die Fehlerquellen die ein Versagen zur Folge haben —, und ivies auf Institutionen hin, die ein dauerndes Bestehen garantieren. Gleich im Anschluß daran, wählten Jugend- und Mädchengruppo je ein provisorisches Komitee, dessen Leitung in die Hände eines Leipziger Dozenten gelegt wurde. Die nächsten Wochen gelten der Arbeit, um dauernd positive Resultate zu erzielen. Wir wollen und dürfen nicht unterliegen, denn „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!" Wir müssen jedem Angriff um unserer Tauroh willen trotzen, dem schlimmsten Feinde widerstehen, der sich niemals zum Kampfe stellt, der immer weicht, - dem Jndifferentismus.