Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 9 (9.1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/6467833-8970266-8970280--0739-6467979- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
12 Aber auch in Norddeutschland, wo die Arbeit naturgemäß viel schwieriger ist, haben sich die guten Folgen der Würzburger Tagung schon bemerkbar gemacht. Ganz abgesehen von der größeren Energie und Freude, mit der die Jugend nun zum Lernen kommt und sich in jüdisches Wissen vertieft, sind auch hier schon einige Neugründungen zu verzeichnen, und mehrere andere werden in nächster Zeit noch folgen. In der Mark wurde in P r e n z l a u eine kleine Gruppe gegründet, die durch die tätige Mitarbeit des Herrn Rabbiner l)r. Bähr sich jedenfalls gut entwickeln wird. In der Provinz Posen bildete sich eine Mädchengruppe in S ch w e r s on z. Von Fulda ans wurden die Gruppen Burghaun und die Bezirksgruppe Treysa- No ustadt-Momberg gegründet. In Leipzig (siehe Bericht) wurde die bestehende Jugendgruppe aus eine neue Basis gestellt und verspricht nun gute Arbeit zu leisten. Und auch eine Mädcheugruppe trat hier ins Leben. Allenthalben mehren sich die Wünsche nach einem Bundes- Abzeichen. Da die zum Würzburger Bundestag angefertigte Nadel nun erstens vergriffen, und zweitens alles andere als schön ist, beabsichtigen wir in der nächsten Zeit, neue Nadeln anfertigen zu lassen. Wir bitten daher alle diejenigen, die sich bereits kunst gewcrblerisch betätigt haben, sofort, längstens aber bis zum 22 Oktober an unser Frankfurter Büro, am Tiergarten 8, Entwürfe abzuliefern. Sie wollen bei dem Entwurf berücksichtigen, daß wir dasselbe Motiv für Nadeln, Marken (die wir uns demnächst ja auch drucken lassen wollen) und die Umschläge für unsere „Blätter" verwenden wollen. Endlich wäre es noch gut, wenn man dem Esra auch die gleichen Nadeln nur selbstverständlich mit anderer Inschrift geben würde. Wir hoffen auf eiue zahreiche Beteiligung au diesem Ausschreiben. Aus unseren Gruppen. Leipzig ist trotz seiner starken orthodoxen Bevölkerung harter Boden, ein schwerpflügbares Feld. Daur haulech daur bo. Ein Verein wurde nach vielen Kämpfen geboren, um wenige Wochen später durch den Jndifferentismus seiner Mitglieder und die Unfähigkeiit seiner Vorstände zusammenzubrechen. Nein! Zusammengebrochen ist niemals ein Verein. Er wurde einfach aus aller Gedächtnis zur gleicheil Zeit gestrichen, um niemals wieder in die Interessensphäre gezogen zu werden. Ein Verein ging, ein neuer kam - um auch zu gehen. Das waren die lokalen Zustände vor der Gründung einer Ägudah. Mit diesen Faktoren Mußte sie rechnen, ihnen entgcgentreten, wenn sie sich eine Existenz in dieser Stadt gewinneil wollte. Es kann nienland einen Stein durch unfruchtbare Schreibtischarbeit ins Rollen bringeil. Eine Bewegung muß innere Potenzeil