Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 7 (7.1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 von Heinrich Cohen, z. Zt. im Felde. Eine kleine Versammlung von nur wenigen Damen und Herren fand sich in den ersten Tagen des April in Cöln zusammen, um über die Weiterentwicklung unserer hiesigen A. I. - Jugendgruppe zu beraten. Alle Anwesenden stimmten damals überein, daß unsere gesamte Arbeit nur Stückwerk sei, solange wir uns darauf beschränkten, erst mit den ״Jungen Leuten" unsere Organisationsarbeit;u beginnen, dagegen die noch jüngere Jugend sich selbst zu über- 1 lassen. Schon damals wurde von einem Wanderbund gesprochen, ja man dachte schon an eine Organisation, die an die A.J.J.O. angeschlossen, nicht nur in unserer Vaterstadt, sondern auch im ganzen Deutschland entstehen und alle gesetzestreuen Jungen und Mädchen unter ihre Mitglieder zählen sollte. Es folgten dann noch etliche Besprechungen der Führer unter sich und der Führer mit den Jugendlichen, und da stand auch schon unser ״Esra" fertig da. Jetzt wissen auch schon weitere Kreise von ihm, und täglich tritt man an uns mit den Fragen heran: ״Was ist denn der Esra? Wozu brauchen wir ihn?" Die Antwort hierauf könnte man sich bequem machen und nur entgegnen: ״Seht an, die Zionisten haben im ״Blau-Weiß" eine ähnliche Organisation geschaffen, sie haben einen großen Erfolg mit ihm gehabt, und man kann behaupten, daß der ״Blau-Weiß" jetzt das Kräftereservoir des deutschen Zionismus bilde! Warum sollen wir nicht das Gleiche fertig bringen? ' Auf, laßt uns unseren ״Blau-Weiß", den ״Esra" gründen." Diese Antwort sieht jedoch nur das äußerliche übereinstimmende dieser beiden Bünde, erkennt aber nicht, welche verschiedenen Aufgaben sie innerhalb ihrer Organisationen erfüllen und erfüllen sollen. Der ״Blau-Weiß" soll in der Hauptsache zionistische Propaganda fördern. Die zionistische Organisation besteht erst seit einigen 20 Jqhrcn, und um ihre rejn praktischen, zum großen Teile auf politischem Gebiete liegenden Ziele zu erreichen, bedarf sie der Massen. Rein quantitativ muß der Zionismus eine Macht darstellen, so er etwas erreichen will. Deswegen, und nur aus Propagandagründen verstand sich der Zionismus auch dazu, dem ״Blau- Weiß" ein politisch möglichst neutrales Mäntelchen umzuhängen, um aus diese Weise auch Gegnern des Zionismus es zu ermöglichen, ihre Kinder mitwandern zu lassen. In vielen, ja in den meisten Fällen hat der ״Blau-Weiß" mit dem Erfolge gearbeitet, daß auch die Mitglieder, die im Elternhause andere Anschauungen hatten vertreten sehen, ihre Gesinnung geändert haben und Mitglieder des Herzl-Klub oder des K.J.V. werden. - Das Beispiel, das uns der ״Blau-Weiß" gibt, ist verlockend. Auch wir würden es freudig begrüßen, wenn wir viele, viele junge Leute durch den ״Esra" für unsere A.J.J.O. gewinnen würden, die ihr sonst fernblieben. Aber nicht für diese brauchen wir ihn in der Hauptsache, Stadtbiblicth V« FrstrO־''• •••'