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Blätter · 1918-05-01 · 5 (5.1918) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
5 (5.1918)
Date
1918-05-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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II Vorteil, die Räumlichkeiten und die Bibliothek dieses Fortbildungsheims mitübernehmen zu können. Auch der Aurach-Chajim-Verein trat in festgeregelte Beziehung zur Jugendgruppe, blieb jedoch alS selbständiger Verein bestehen. Die Tätigkeit der Jugendgruppe erstreckt sich 1. auf Einrichtung belehrender Kurse in jüdischen und profanen Gebieten, 2. auf soziale Arbeit, 3. auf Geselligkeitspflege. Die schon bestehenden Kurse für Schüler in Misch.najoth, Gemoroh u. Schulchan Oruch wurden übernommen, ebenso die Kurse für Damen in Perokim und Tchillini. Reu hinzugefügt tvurde ein Kursus in jüdischer Geschichte für Herren und Damen, ferner ein Kursus in moderner Literatur. Im Frühjahr werden Kurse in jüdisch-deutscher Schrift, in loschaun hakaudcsch, in Besprechung jüdischer Welt- und Lebensanschauung, sowie in Stenographie eingerichtet. Die Kurse erfreuen sich lebhaften Besuchs. Besonders viel Wert wird auf die selbständige Mitarbeit der Teilnehmer gelegt. In sozialer Hinsicht plant die Jugendgruppe die Errichtung eines jüdischen Soldatenheims, um einem hier bestehenden Bedürfnis abzuhelfen. Von privater Seite wurden Mittel zu diesem Zweck bewilligt; ferner ward eine Purimveranstaltung vorbereitet, deren Ertrag zu Gunsten des Soldatenheims bestimmt wurde. Auch machen es sich die Mitglieder der Jugendgruppe zur Pflicht, die hiesigen jüdischen Verwundeten zu besuchen und den Wünschen der im Felde stehenden mittellosen Soldaten, soweit es möglich ist, entgegcnzukommen. Wir bemühen uns ferner, diejenigen Fuldaer Kinder, die durch Unterernährung geschwächt sind, und keine Gelegenheit zur Erholung haben, auf dem Land unterzubringen. Natürlich arbeiten wir darin Hand in Hand mit der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums". Um der Jugend eine von echt jüdischem Geist beseelte Geselligkeit zu bieten, planen wir im Winter alle 2—3 Wochen eine gemütliche Zusammenkunft für unsere Mitglieder einzurichten, ferner in regelmäßigen Zeiträumen Vorträge jüdischen oder allgemeinen belehrenden Inhalts abhalten zu lassen. Im Sommer unternehmen wir gemeinsame Wanderungen. Um diesen großen Aufgabeukreis befriedigend zu bewältige», haben sich Untcrabteiluikgen aus Vorstands- und Grnppennritgliedern gebildet. Schon nach wenigen Wochen unseres Bestehens ver zeichnen wir mit großer Freude die Zahl von nahezu 700 Mit gliedern. Von heller Begeisterung ist die Jugend unserer Gemeinde für die Idee der Agudo durchdrungen, und große Genugwung erfüllt uns über den Eifer, mit dem sie sich in deren Dienst stellt. Möge dieses edle Feuer in den jungen Herzen weiterglühen, auf daß die Ziele der Agudas-Jisroel-Jugend-Organisation durch unfern Anschluß gefördert werden, daß durch unser stetes opferwilliges Eintreten jede Frage der Judeuheit gelöst werden möge lehagdil tauroh ulehaadiroh. Wenn diese Hoffnung sich erfüllt.

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