Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 5 (5.1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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schule" unsere Lehrräume für Fortbildungskurse auf jüdischen und profanen Wissensgebieten zur Verfügung gestellt. Von diesen jungen Vereinen erhoffen wir aber nicht nur eine räumliche Annäherung, sondern auch eine rege Jntereffenahme an Agudas Jisroel und deren Jugendbewegung, damit immer weitere Kreise der gesetzestreuen Jugend den hohen Zielen der Agudas Jisroel nähergebracht werden: lehagdil tauroh ulehaadiroh. E. dl. Fulda, den 9. März 1918. (Bericht über die Gründung und Tätigkeit der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe, Fulda.) Der Gedanke, auch die Jugend unserer Gemeinde zu einer Jugendgruppe zusammenzuschließen, ist nicht neu. Schon kurz vor dem Krieg waren Anstalten zu dieser Gründung getroffen worden. Doch scheiterte der Plan au dem baldigen Ausbruch des Weltkriegs. Aber das Bedürfnis blieb vorhanden; ja, es stellte sich immer mehr die Notwendigkeit heraus, der Jugend die Bildung und Erstarkung einer jüdischen Lebensanschauung, die sich auf den geistigen Gütern unserer Vergangenheit aufbaut, zu ermöglichen, ihrem Drang nach Betätigung auf sozialem Gebiete und nach einer edlen Geselligkeits- Pflege Rechnung zu tragen. So bedurfte cs nur einer Anregung, um die alte Idee von der Gründung der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe zur Ausführung zu bringen. Gelegenheit dazu bot sich an einem von den bisherigen jüdischen Vereinen in Fulda veranstalteten Vortragsabend, als Frl. H. LiPstadt über „Gedanken aus Jesajas Prophetenwerk und ihre Bedeutung für religiöse, philosophische, politische und soziale Strömungen unserer Zeit" sprach. Am Schluffe des Vortrags regte die Rednerin die zahlreich versammelte Jugend an, sich zur Jugendgruppe zusammenzuschließen, die Arbeit ihrer im Kriege Heimgegangenen Führer als ernste, unabweisbare Pflicht mit Liebe und Opfcrwilligkeit aufzunehmen, und sich ihr mit demselben Idealismus und der gleichen Pflichttreue zu widmen, die ihr edles Vorbild uns lehrte. Nachdem Herr Provinzialrabbiner Dr. Cahn sich diesen Ausführungen in einigen warmen Worten angeschlossen hatte, ivurde seitens der Versammlung zur Gründung der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe Fulda geschritten. Auf Vorschlag wurden die Herren Dr. Leo Cahn, M. Wcrtheim, L. Fulda und H. Braunschweiger, sowie die Damen E. Bachrach, S. Nnßbaum, D. Wertheim, M. Stern und H. Lipstadt in den Vorstand gewählt. 80 Personen traten am Abend der Jugendgruppe bei. Die nächsten Aufgaben, die der Jugendgruppe harrten, waren: n) die Festlegung ihres Verhältnisses zu den schon bestehenden jüdischen Vereinen in Fulda, b) die Festsetzung der Arbeitsgebiete. Die Besprechung des 1. Punktes führte zu dem sehr erfreulichen Ergebnis, daß sich die Jüdisch-Literarische Frauenvereinigung sowie das Fortbildungshcim jüdischer jungen Kaufleute völlig der Jugendgruppe anschlossen. Dadurch gewann die Jugendgruppe den