Mannheim
Compact Memory

Blätter · 1918-04-01 · 4 (4.1918) · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
4 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/6467833-8970266-8970271--0539-6467908
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 13 - Publikum verständlich machen, denn dazu bedarf es einer Belesenheit im Tenach, einer einigermaßen gründlichen Kenntnis des klassischen (Hebräisch, und wo findet man die jetzt noch bei einem großen Publikum? Hier sollte man ansetzen, hier sollte man beginnen, zunächst die Vorbedingung für einen Erfolg des Geschichtsunterrichts schaffen, Tenachkenntnisse mehren, müßte man versuchen, die Geschichte des jüdischen Volkes aus seiner nachbiblischen, so unendlich großen Literatur kennen zu lernen. Das kostet natürlich Anstrengung, dazu genügt es nicht, sich von einem Dozenten etwas vorerzählen zu lassen und sich daran zu erbauen und zu begeistern, dazu bedarf es der Mitarbeit der zu Belehrenden odom ki jomus beauhel, ein diwreh tauroh mistajenin elloh bemi schememis azmau alehem. Nicht etwa jedoch, diese Verwahrung möchten wir ausdrücklich hervorheben, daß wir verlangten, erst Leute heranzubilden, die in der biblischen.und talmudischen Literatur durchaus bewandert sind (obwohl das das Wünschenswerteste wäre) und sie dann an die jüdische Geschichte herantreten zu lassen, wir meinen nur, wenn das Goethcsche Wort sich in irgend einem Sinne bewahrheiten soll, muß zuerst durch biblische und talmudischc Kenntnisse der Boden vorbereitet sein, dann wird der Geschichtsunterricht befruchtend und begeisternd wirken und unsere Jugend für die Agudoh vorbereiten, sonst wirkt er einseitig, sonst hat er für uns kein allzu großes Interesse, wenigstens soweit die Agudohziele in Betracht kommen. (Raummangel verbietet uns, auf die weiteren Ausführungen schon heute einzugehen, wir werden noch darauf zurückkommen). „Die Scheu, jemanden mit Namen zu nennen“. Am Schluß ihres Februar-Heftes wendet sich eine hiesige Zeitschrift wie folgt an uns: An die „Blätter herausgegeben von dem Gruppenverband der Agudas Jisroel und der Agudas Jisroel Jugend-Organisation". In Blatt 11—12 des 3. Jahrganges Ihrer Zeitschrift S. 5 polemisieren Sie gegen einen Artikel, der in unseren Monatsheften erschien, ohne ausdrücklich zu sagen, gegen welchen Aussatz in welcher Zeitschrift Ihr Angriff sich richtet. Die Scheu, jenianden mit Namen zu nennen, kann religionsgesetzlich zwei Gründe haben. Sie kann auf Grund von 2 B. M. Kap. 20 V. 7 ein Ausdruck der Verehrung, sie kann aber auch auf Grund von 2. B. M. Kap. 23 V. 13 ein Ausdruck der Verachtung sein. Wir , überlassen es der Findigkeit unserer Leser, das Motiv zu erraten, aus welchem die von Ihnen gegenüber den „Jüdischen Monatsheften" beliebten Umgangsformen sich erklären. Im übrigen empfehelen wir Ihnen, sich in die im 1. Jahrgang unserer Zeitschrift S. 136 erschienene Vorlesung „Von der sittlichen Pflicht des Journalisten" zu vertiefen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.