Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 2 (2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- 13 - Die „Blätter" werde» unseren Mitgliedern gegen eme halbjährliche Gebühr von M 1. zugestellt Angeregt durch die soziale Arbeit der Berliner Agudoh, beschlossen wir, in Posen einen Kinderhort für die armen Kinder der unteren Volksschicht zu gründen. Frl. Sophie Berlowitz, die den glücklichen Gedanken hatte, übernahm es, die Kinder der Talmud- Tauroh-Schulc zu diesem Zweck heranzuziehen. Am 25. November fand der erste Hortnachmittag statt, zu dem etwa 80 Kinder erschienen waren. Ihre Zahl ist jetzt auf etwa 100 gestiegen. Dank der Gebefreudigkeit der Posener Gemeinde konnten wir unsere Kleinen und Großen von 4--14 Jahren einen reichen Spieltisch aufbauen. Etwa 20 dieser Kinder sind bei unseren Damen zum Nachhilfe-Unterricht untergebracht. Von allen Seiten wird unser Plan mit Freude aufgenomineu, wir haben mehr als 1000 Ji Spenden einbekommen, auch reichlich Geschenke an Spielen, Stoffen re. Mit unserer Chanuckafeier wagten wir uns das erste Mal an die breite Öffentlichkeit und hatten mit unserer Arbeit schönen Erfolg. Trotz mehrerer vorangegangener Veranstaltungen hatten sich bei uns 450 Gäste, darunter unsere verehrten Dozenten und mehrere Vertreter befreundeter Vereine, eingefunden. Einem von Frl. Ruth Calvarv vorgetragenen sinnigen Prolog folgte die Begrüßungsansprache durch Herrn Jacobsohn und das Entzünden der Chanuckalichter imrch Herrn Oberkantor Wilkomerski. Nun folgten äußerst beifällig aufgenommene Aufführungen. Um die Darstellung eines Chanucka-Kinderspiels machte sich Frau Fränze Pleßner besonders verdient. Ein Gesangsstück der Damen Caro, Mendelsohn und Lipski gefiel außerordentlich. In der Pause gereichte Erfrischungen brachten einen schönen Erlös. Großen Erfolg hatte auch ein von den Damen Lipski, Berlowitz und Hallemann erdachter und ausgeführter Chanucka-Tanz. Sinnige Verse der Damen Basch und Lipski, Tänze von RuthMendelsohn und Fräul. Goldstein, sowie ein von Frl. Tarabo verfaßtes Tischlied erhöhten die Gemütlichkeit des Abends. Die abwechslungsreichen Darbietungen fanden so großen Anklang, daß deren Wiederholung bei Veranstaltungen anderer hiesiger Vereine gewünscht wird. — Der Kinderhort der Posener Mädchengruppe wird von etwa 100 Kindern besucht. Die für diese Einrichtung cingeleitete Geldsammlung hat Jf 1100. ergeben. Dank dieser Spenden und der Opferfrcudigkeit mehrerer Geschäfte konnten wir unseren Hortkindern eine Chanucka-Feier bieten und die Kleinen mit nützlichen Geschenken und Kuchen erfreuen. Eine hübsche Aufführung verschönte das Fest, um dessen Gelingen sich Frl. Else Jacobi besonders verdient gemacht hat. Halberstadt: Unsere Sommcrtätigkcit unterschied sich in wesentlichen Punkten nicht von unserer Wintcrarbeit. Insbesondere die Chaje-Odom, Schulchan-Oruch-, Rambam-, Mischno- und Gemoro- Schiurim waren nach wie vor lebhaft besucht. Unsere Diskussionsabende fanden fast regelmäßig statt und wiesen guten Besuch auf.