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Blätter · 1919-01-01 · Sonderheft (1.1919) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
Sonderheft (1.1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 46 (sequence 46)
Language
German
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4« Begriffe. Die Herausarbeitung des jüdischen V o l k s b e - griffs im überlieferten Sinne bedeute eine geistige Arbeit, die ihren Selbstwert in sich trägt. Aus den Kreisen der Jugenddelegierten gelangte einmütig der Wunsch nach kräftigst er Betonung dieser nationalen Eigenart des jüdischen Volkes, zum Teil nach Anerkennung des Palästinagedankens als Mittelpunkt des Programmes, zum Ausdruck. Einem Teil der Jugenddelegierten gingen die Leitsätze des „Israelit" weder in der Palästinafrage, noch in der Betonung des geistigen Gegensatzes zum Zionismus weit genug. Sie wünschten auszusprechen, daß die ganze Aufgabe der „Agudas Jisroel" die Bereitstellung der jüdischen Nation und des jüdischen Landes zu ihrer Wiedervereinigung unter der Herrschaft Gottes sei. Man brauche ein Maximalprogramm, das ewige Geltung habe, nicht aber eine bloß auf den Tag berechnete Stellungimhme. Von der Leitung wurde demgegenüber darauf hingewiesen, daß schon aus Kompetenzgründen das Kattowitzer Programm die Grundlage der Arbeit bis zur ersten Kenessio gedaulo bleiben müsse, daß aber im Nahmen dieses Programms eine Stellungnahme zu den Tagesfragen selbstverständlich unabweisbar sei. Daneben könne die Diskussion über die Schaffung eines Zukunstsprogramms natürlich ruhig weitergehen. Neben den Prinzipienfragen spielten in der Debatte auch die einzelnen Punkte der bei Friedensschluß zu stellenden Forderungen eine große Rolle; darunter insbesondere die Palästinafrage und diejenige der nationalen Autonomie. Als die Aussprache um 11 Uhr abends zu Ende ging, hatten wohl alle Teilnehmer das Gefühl, daß eine große Reihe von Mißverständnissen zerstreut und die von den Meinungsverschiedenheiten unberührte Einheitlichkeit der Grund-Überzeugung gerade durch die Debatten jedem Einzelnen zu vollem Bewußtsein gebracht worden sei. Am Mittwoch vormittag wurde zunächst die tags vorher abgebrochene Debatte über den Friedenskongreß zu Ende geführt. Es gelangte alsdann der Antrag einstimmig zur Annahme, die Leitung der „Agudas Jisroel" bis zur ersten Kenessio gedaulo nach Zürich zu verlegen und dort ein „ZentralbüroderAgudas I i s r o e l" zu errichten. Über die Organisation im einzelnen wurden Bestimmungen getroffen. Die Versammlung trat dann in eine Aussprache über die praktische Palästina-Arbeit ein. Es wurde einmütig als die Wichtigste Aufgabe der schweizerischen Leitung bezeichnet, in allen Ländern eine großzügige systematische Arbeit zu organisieren, welche zum Zwecke hat

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