Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/6467833-9641057-9643023--0900-6467798- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
44 Gegenüber manchen Bedenken, die im Laufe der letzten Monate von manchen Seiten in Bezug auf die Vertretung unserer Forderungen beim Friedenskongreß geäußert worden find, ist es wichtig, auf die Tatsache hinzuweisen, daß schon in Ziffer 4 der Resolution vom 21. November 1917 die selbstverständliche Verständigung mit anderen Organisationen über die Forderungen nach außen ins Auge gefaßt worden ist. Der Vorsitzende berichtet alsdann eingehend über die bisher seitens der schweizerischen Leitung unternommenen Schritte, um die Beachtung unserer Forderungen durch die Mächte des Friedenskongresses zu sichern. Einige hierauf bezügliche Schriftstücke gelangen zur Verlesung. Einen wichtigen Schritt, um den Forderungen der Orthodoxie Gehör zu verschaffen, wird die nunmehr auf Mitte Februar nach Zürich einberufene Konferenz der orthodoxen Organisationen aller Länder bilden, zu der auf telegraphischem Wege dieser Tage eingeladen worden ist. Gegenstand der Konferenz werden die formellen und sachlichen Fragen bilden, die mit der Friedenskonferenz in Zusammenhang stehen, die Aussprache über die gemeinsamen religiösen, politischen und wirtschaftlichen Aufgaben der Orthodoxie im künftigen Erez Jisroel, die Fragen des Wiederaufbaus der zerstörten In st itutionen in den Kriegsgebieten und endlich die einheitliche Organisation der Orthodoxie aller Länder nach dem Kriege. Inwieweit es gelingen wird, angesichts der schwierigen Verkehrsverhältnisse für eine gute Beschickung der Konferenz zu sorgen, steht natürlich dahin; der Versuch, sie zustande zu bringen, mußte jedenfalls gemacht werden. Es gelangt alsdann der Finanzabschluß der Agudalei« tung für 1918 zur Vorlage, der einen sehr erheblichen Fehlbetrag aufweist. Der vorgclegte Voranschlag für das neue Jahr sieht keinerlei regelmäßige Einnahmen, wohl aber beträchtliche Aufwendungen vor, deren Deckung eine der wichtigsten Aufgaben der heutigen Tagung bildet. Die Aussprache über den Bericht und über die Beschaffung der finanziellen Mittel zur Lösung der Ausgaben im neuen Jahre nimmt die ganze Vormittagssitzung in Anspruch. Einer Finanzkommission unter Vorsitz des Herrn Leo Wreschner in Frankfurt a. M. wird schließlich die Ausführung der von der Versammlung gefaßten Beschlüsse übertragen. In der Nachmittagssitzung begann die Aussprache über die Vertretung der jüdischen Wünsche bei der Friedenskonferenz. Von einer Seite wurde die Meinung vertreten, es sei taktisch klüger, sich an den Verhandlungen über Palästina überhaupt nicht zu beteiligen, weil mit Sicherheit anzunehmen sei, daß die heute in weiten