Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 39)
- Language
- German
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3ö Berta Nußbaum - Halberstadt: Man darf in Bezug auf die Propaganda nicht engherzig sein. Sim o nf o hn-Breslau: Die Führer sollen mit den Eltern in Verbindung treten. In Bezug auf die Propaganda dürfe man sich nicht fcstlegen und könnte man keinen bindenden Beschluß fassen. Antrag Dr. Posen: „Der „Esra" verlangt von jedem Kinde, daß es unbedingt praktisch auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums steht". Simonsohn -Breslau ist, nachdem Dr. Posen seinen Antrag begründet hat, gegen Festlegung m diesem Sinne. Die praktischen Erfolge des „Jeschurun" sprechen dagegen. Man kann von einem Kinde nur die Erfüllung der Mizwaus verlangen, die ihm erreichbar sind. Diese muß es allerdings erfüllen. Höhere Anforderungen sind unerfüllbar, daher unmöglich. Man muß die Kinder aus nicht gesetzestreuem Hause möglichst vor der Assimilation bewahren. Antrag mit 12 gegen 7 Stimmen abgelehnt. C o h e n : Es ist nun die Frage zu behandeln, w o wir Propaganda machen. Dr. Jonas- Breslau ist auch in diesem Punkte gegen Festlegung. Propaganda solle man nur durch unsere eigenen Mitglieder treiben. Sara K o h n - Frankfurt a. M.: Bei den nicht gesetzestreuen Kreisen muß man sich an die Eltern und nicht an. die Kinder wenden. S. Adler-Frankfurt a. M.: Man kann nicht von dem schon lange bestehenden „Jeschurun" auf andere neu gegründete oder neu zu gründende Esragruppen schließen. Die Propaganda der Kinder ist zu beschränken. Man muß sich über diese Frage prinzipiell entscheiden. Antrag Pels: „Esra" richtet die Propaganda vorerst nur aus Kinder gesetzestreuer Eltern". Antrag Simonsohn: „Der „Esra" erstreckt seine Tätigkeit aus einen jeden, dessen seelische Veranlagung der Führerschaft Gewähr zu bieten scheint, daß er im Gei sie der Thauroh sein Leben gestalten werd e". Dir. Dr. Lange: Der „Esra" soll seine Tätigkeit nur auf die von Herrn Simonsohn bezeichueten Kinder erstrecken, macht aber nur in gesetzestreuen Kreisen Propaganda. — Der Konflikt zwischen Eltern und Kindern wird dadurch beigelegt, daß man die Kinder wohl in unserem Sinne beeinflußt, ihnen aber doch Kibbud und mauroh ow woöm beibringt. Erfahrungsgemäß sind die ganz liberalen Kreise weniger schwer zu behandeln als Kinder aus sogenannten „religiösen" Häusern. Man kann jedenfalls die Kinder dazu bringen, daß sie ihre Eltern beeinflussen, einen koscheren Haus-