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Blätter · 1919-01-01 · Sonderheft (1.1919) · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
Sonderheft (1.1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 36 (sequence 36)
Language
German
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36 ältere Generation in den einzelnen Städten in verschieden hohem Grade erfüllt, ob wir im Esra diesen unjüdischen Geist nicht austrciben könnten. Theoretisch waren sich natürlich alle darüber einig, daß man gegen den Klassendünkel Vorgehen müsse, aber gegen die Übersetzung dieses Grundsatzes in die Praxis tauchen schier unüberwindliche Schwierigkeiten auf. Es ist selbstverständlich, daß Lehrlinge, die gerade vom Lande in die Stadt kommen, und Schüler der oberen Klassen der Gymnasien ganz divergierende geistige Interessen und eine grundverschiedene geistige Vorbildung haben. Dem Alter nach gehören sie in einen Zug (denn unsere Esragruppen sind ja alle dem Alter nach gestaffelt); aber wie kann man sie gleichzeitig in einem Kurs in ihrem jüdischen Fühlen und Denken fördern? Trotz einer sehr angeregten Aussprache blieb dieses Problem selbstverständlich ungelöst. Herr Max Cohen, der inzwischen auch in die Versammlung gekgmmen war, begrüßt die anwesenden Esräer im Namen der Bundesleitung und wirft, ganz unabhängig von dem, was vorher bereits besprochen war, einige Punkte in die Debatte, deren Besprechung der Bundesleitung besonders wichtig erscheint. Vor allen Dingen die Frage, auf welche Kreise die Esragruppen ihre Propaganda auszudehnen hätten. Wer in die Esragruppe ausgenommen werden dürfe. Es kam nun die Frage einer Bibliographie für Führer und für Esräer zur Sprache. Allseitig wurde sie als äußerst wichtig anerkannt. Es wird betont, daß die in Würzburg gewählte Literatur- Kommission diese Arbeit übernommen, daß der Vorsitzende den Auftrag aber erst vor 14 Tagen in die Hände der Bundesleitung zurückgelegt hätte, da er überlastet sei. Herr Cohen betont nochmals, daß es auf Delegierten- und Bundestagen nicht schwer sei, an der Tätigkeit der Organisationsleitung Kritik zu üben, daß diese Vorwürfe aber zum größten Teil an die Mitglieder selbst wieder zurückfielen, ohne deren Unterstützung ein ersprießliches Arbeiten natürlich nicht möglich sei. Auch das Esra-Liederbuch, dessen Herausgabe schon in Würzburg beschlossen wurde, konnte wegen Mangel an geeigneten Mitarbeitern bis jetzt nicht erscheinen. Die einzelnen Führer erzählen über ihre Erfahrungen in ihren Gruppen, beschreiben Spiele, mit denen sie bei ihren Esräern großen Erfolg hatten, erzählen von lebenden Bildern aus der Bibel, erzählen von der Scharade, von hebräischen Schreibspielen, die den Kindern viel Freude machen, und ihnen gleichzeitig jüdisches Wissen und jüdischen Geist einflößen. Es zeigt sich das unbedingte Bedürfnis, die Erfahrungen der einzelnen Führerschaften kennen zu lernen, und es wird daher unter allgemeiner Zustimmung der Beschluß gefaßt, ein Führerkor-

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