Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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1. Sitzung der Esra-Führer in Cassel am 31. Dezember 1918. Wie immer, so konnten auch dieses Mal unsere begeisterten jungen Freunde nicht früh genug an den Ort kommen, in dem die A.J.J.O. ihre Tagung abhalten wollte. Mittwoch sollte die Versammlung sein, und schon Montag kamen viele, den Kopf voll Gedanken und voll Erwartungen, in die schöne Residenzstadt Cassel. Aber welcher gute Agudist und welcher begeisterte Esräer kann ohne Besprechung und ohne Sitzung leben, wenn er sich mit mehreren Gesinnungsgenossen zusammen weiß. Was also war selbstverständlicher, als daß die vielen Esra-Führer, die Dienstag bereits in Cassel waren, sich zu einer Sitzung zusammenfanden, die ganz improvisiert auf 4 Uhr nachmittags festgesetzt wurde. 4 Uhr war schon längst vorüber, und all die folgenden Esräer warteten schon ungeduldig der Dinge, die da kommen sollten: Jda Katz, cand. Phil. Recha .Katz, sind. med. Ruth Frank, Frankfurt am Main, Henny Haas, Hedwig Michel, Eva Abraham, Karlsruhe, Paula Nußbaum, Eva Schlesinger, Julius Goldschmidt, Helene Baer, Berta Nußbaum, Halberstadt, Moses Antmann, München, Salomon Adler, Frankfurt a. M., Jettka Stein, Kurt Alexander, Berlin, Theodor Cassel, Hanau, Artur Löbenstein, Eschwege, Henry Pels, Hamburg, Mally Stern, Jakob Eschwege, Fulda, Marcus Seckbach, Würzburg, Recha Wehl, Hilde Lange, Frankfurt, Ist Simonsohn, Breslau. Und da der Einberufer der Versammlung, Max Cohen-Cöln, noch durch andere Sitzungen abgehalten war, begrüßt Herr Simonsohn-Brcslau die zusammengekommenen Esräer, freut sich, daß der Esra in der kurzen Zeit seines Bestehens schon so viele begeisterte Anhänger geworben hat, daß er schon über so viele Gruppen verfügt. Da eine'Tagesordnung nicht aufgestellt war, geht man an Hand einer Reihe von Fragen vor, die Frl. Recha Katz im Aufträge der Frankfurter Gruppe vorlegte. Zuerst wird die Frage aufgeworfen, ob in den einzelnen Zügen Gymnasiasten, Schüler und Kaufleute zusammen sein sollen, oder aber ob jede einzelne Berufsklassc getrennt ihre Heimabende abhalten sollte. Es folgte eine rege Aussprache über diesen Punkt, der durch so viele Erwägungen, pädagogischer, soziologischer und religiöser Natur ganz verschieden beleuchtet werden kann. In innigem Zusammenhang mit dieser Frage steht ja auch die, ob der Klassengeist, der die