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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 52.
Article
Beilage zu Nᵒ 52.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Inzwischen ist das Elend unserer süderabisohen Glaubensgenossen dahier in fortwährendem Zunehmen begriffen. Viele mttsaen aus Mengel an Obdaoh auf der Strasse logiren. Dies erregte daa Mitleid dea Herrn Josef Nabon; er bewilligte eine Summe Geldes aus seiner Tasohe, sammelte auch bei Bekannten, und übergab dem Comitä dea Vereins "OTTO PHTS» soviel, um für neun Familien Wohnungen su miethen. Aber immer noch sind einige Familien obdachlos; die Regenzeit rückt mit starken Schritten heran, und die Missions-Gesellschaft wirft ihre Netze aus und schickt tilg lieh und stündlich ihre Boten, um diese Armen mit süssen Worten zu* überreden, Zufluoht bei ihr zu nehmen, um alles mögliohe Gute von ihr zu erhalten. Noch widerstehen die Unglücklichen und sind taub für diese Sirenentöne. Aber dürfen wir es riakiren, sie noch weiter in dieser L^ge zu lassen? Es ist ohne Zweifel die Pflioht eines jeden Israeliten, diese Armen zu unterstützen. Darum bitten und flehen wir alle edlen Glaubensgenossen an, bald, recht bald Spenden su sammeln und hierher su senden. Besonders bitten wir Herrn Rabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim, der schon so viel für diese armen Glaubensgenossen gethan, auch weiter es möglich zu machen suchen, dass in dem Bau der Hituser für die Flüchtlinge fortgefahren werden kann. Die Namen der edlen Spender, wie deren Gaben, werden wie bisher in den „Spenden-Verzeichnissen“ desselben veröffentlicht werden. --*»■)>■ -s-- -Schreiben von dem Vorstände des Vereins "DTRjn mw« Jerusalem, 12. Marcheschwan 5645. Geehrter Herr Rabbiner! Wir beehren uns, Ihnen den Empfang der uns übersendeten 300 Mark für die arabischjüdischen Flüchtlinge zu bestätigen; wir werden diese Summe gewiss auf das Beste verwenden. Ihr Name soll auf einem Steine an einem der su errichtenden Häuser eingegraben werden. Aus der ,TtLwr".n werden Sie ersehen, dass der Grundstein bereits gelegt und mit dem Bauen begonnen ist; in einem Monate hoffen wir fertig zu sein, und die unglücklichen Familien können dann endlich ein sicheres Obdach finden. Wir bitten Euer Ehrwürden dringend, uns in der weiteren Erreichung unseres Zieles helfend zur Seite su stehen, denn unser Verein ist jetzt von .Mitteln ganz entblösst, und doch pocht die Noth täglich und stündlich an unseren Pforten. Was sollen wir ihun, um die Armen und Niedergedrückten, sowie die von der Missions-Gesellschaft und deren Colonie ,,A.rtuf“ Entronnenen, die fortwährend uns um Hilfe anflehen, zu unterstützen? O, geehrter Herr! eilen Sie uns zu Hilfe; schicken Sie uns das etwa für uns vorräthige -Geld, denn die Noth ist gross. Senden Sie uns gütigst alle vierzehn Tage oder doch jeden Monat das, was Sie unterdessen gesammelt haben, damit wir immer etwas vorräthig haben, um die grösste Noth su lindern. Möge der Allgütige Sie belohnen und Ihnen die Erfüllung,' Ihrer Herzens wünsche gewähren 1 (Folgen die Unterschriften.) Ich habe dem Verein seitdem wiederum 700 Mark »gehen lassen; was aber bedeutet diese geringfügige Summe in Anbetracht der zahlreichen Nothrufe, die von allen Seiten an denselben ergehen! Die überaus segensreiche, alle Schichten von Nothleidenden in der jüdischen Bevölkerung Jerusalems umfassende Wirksamkeit des Vereins ist aus den monatlich erscheinenden Rechenschaftsberichten in herserhebender Weise zu ersehen; möchten darum die Gaben für denselben reichlichst fliessen. .. . ,TB-n lSoa '2. Dürkheim, 8. Deosmber 1884. Dr. A. SalYendi.

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