Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 38.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 38.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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— 188 — Die Auswanderung jüdischer Colonisten aus Cypern. *) Den Lesern jüdischer Zeitschriften ist es anstreitig bekennt, dass die hervorragendsten Glaubensgenossen Londons am 15. Mai eine Zusammenkunft hatten, um über Mittel und Wege au berathen, wie uns Colonisten auf der Insel Cypern geholfen werden könne. Wie der Landmann den Legen erwartet, so sehnsüchtig sahen wir den von dieser Versammlung su fassenden Beschlüssen entgegen, denn die englischen Juden wissen am besten, unsere Lage su beurtheilen und wo es uns fehlt. Leider sind unsere schönsten Hoffnungen fehlgeschlagen. Unsere Genossen Josef Massel und Goldstein theilten uns telegraphisch den Beschluss der Versammlung in folgenden Worten mit; „Das Comitd wird an General Budolf schreiben." (Derselbe ist Commandant in Nikosin, der Hauptstadt von Cypern). Es lässt sich denken, wie entmuthigt wir durch die Nachricht wurden, dass jetat erst wieder frisch hin- und hergeschrieben werden solle, und dass wir, die schon so lange der Armuth und dem Mangel Ausgesetzten, in weiterem Erwarten der - Dinge den Best unserer Kräfte verzehren sollten. Selbst das Brod, das uns der Agent eine Zeit lang verabreichen liess, indem wir ihn auf den 15. Mai vertrösteten, wurde uns von'diesem Tage an entzogen. Statt Hoffnung und Freude war Kummer und Klage bei uns eingekehrt. Die Einwohner erbarmten sich unser und baten den Stadtobersten, uns aus der Stadtkasse zu unterstützen. Dieser Herr ist aber mit Herrn Miohel Friedland befreundet, der schon vorher dem Comitd gerathen hatte, uns jede Unterstützung su entziehen, damit wir durch Hanger genöthigt würden, uns in den ungesunden Gebirgsgegenden anzusiedeln. Der Stadtoberste verweigerte demnach jede Unterstützung, und hierauf beschlossen wir aussuwandern. Wir verkauften den Best unserer Habseligkeiten, um unsere Frauen und Kinder zu Schifte bis in die Hafenstadt Limassal zu befördern, wir Männer machten den fünfzehn Stunden langen Weg über Steine und Felsen zu Fass. Der Agent der österreichischen DampfsohifffahrtsgeSeilschaft, dem wir hierdurch unseren Dank auadrüoken, ermässigte den Fahrpreis nach Jaffa um die Hälfte und so wanderten wir, e drei zahn Personen, allerdings mit Nichts als dem was wir auf dem Leibe trugen, nach Palästina. — Salomon Josef Guttwoch, einer der Colonisten. *> Au» der "nSaoru +»f dttwx tfivuvicn oFWtwdett, allen lielnvezthen aB&fuxrwtfen in dw ^fCälxe und cFwne . lO&Mdc&t a-ue JCeiaeno^'tuM? cvn zccfvl ylücklicfveo ncucp Sta'fvc ®iVt&Aevm, 8m* a$. 6UtU 5644. Sramilie Salvcndi. t>«4 Ml SmD SMrit SMf I» StasMai.