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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 34.
Article
Beilage zu Nᵒ 34.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 171 In der Stadt selbst war durch den fortwährenden Zuzug aschkenasischer und »ephardischer Juden die Wohnungsnoth »ehr groaa geworden und der Miethprei» hatte »ich um'» Fünffach« gesteigert. Die nichtjüdischen Hausbesitzer hatten gute Zeiten und wollten nicht» davon hören, ihre Häu»er in der Stadt zu verkaufen. Oft mussten zwei oder drei jüdische Familien in ganz kleinen Räumen zusammengepfercht wohnen, Krankheiten «nahmen überhand und der Wunsch nach geräumigeren Wohnungen ausserhalb der Stadt ward immer -grösser.- Oft fanden Gemeindeversammlungen statt, zu berathen wie dem Uebel zu steuern sei, bis endlich Herr Josef Riwlin auf einen glücklichen und heilbringenden Gedanken kam. Kr gab ihnen den Rath, einen kau verein zu gründen, in welchen die Mitglieder ihre Beiträge allmälig einliefern sollten, und von diesem Geld« sollten nach und nach Grundstücke erworben und Häuser gebaut werden. Der Rath gefiel allgemein: in einem einzigen Tage traten hundert Mitglieder bei; Jeder gab einen Anfangsbeitrag von zwei türkischen Lire», man kaufte für diese 200 Lire» Hoden (ä to Pfennig die Elle) im Westen der Stadt, und der jährliche Beitrag eines Mitglieds wurde auf 6 Lire* fixirt. Im Jahre 3634 wurde ein Cgmitä gewählt, und in den folgenden 10 Jahren wurden h undert Häuser gebaut und man nannte diesen Stadttheil D"17W mtö („Hundert Thore“). Jetzt stehen dort schon 150 Häuser. Der Erfolg dieses Vereins gab den Anderen Muth. Es entstanden andere Vereine mit dem gleichen Zwecke, in einem Jahre (5035) drei Vereine. Der erste, 53 reiche Mitglieder zählend, nennt sich "SltTflr |2N. (der Zahlenwerth von p* nämlich ist 53); er erwarb sich ebenfalls an der nach Jaffa führenden Strasse Grundstücke (ä 6 Groschen die Elle). Jedes Mitglied zahlte 15 Lire» Anfangsbeitrag und 12 Lires jährlich. In den von ihnen gebauten Häusern wohnen sechzig Familien. Der zweite Verein nennt sich 'Sk^CT IVJ3VÖ.. („israelitische Wohnungen“) und besteht aus Mitgliedern, die nicht im Stande sind, jährlich t> Lires zu bezahlen; im ersten Jahre waren es 140 Mitglieder. Sie mussten 3 Lires als Anfangsbeitrag und q'/t Groschen wöchentlich zahlen. Dieser Verein kaufte unweit dem vorigen (auf der Südwestseite, ä 3 Groschen die Elle) und fing an, Häuser zu bauen. Als sie 44 vollendet hatten, mussten sie aufhören, weil viele Mitglieder nicht im Stande waren, ihre Beiträge weiter zu zahlen. Diese armen Leute, die keine Aifcsicht hatten, Wohnungen zu erhalten, verkauften nun grüsstentheils ihr Antheil an dem Vereinsvermögen für eine geringfügige Summe, um wenigstens die Hausmtethe bezahlen zu können. Als jedoch Herr Michel Pinps Vorsteher des Comitö’s "ITVÖ m3T0* wurde, lieh er diesem Vereine so viel Gelder, um den Bau von 160 Häusern zu ermöglichen, mit der Bedingung, dass das Geld binnen fünfzehn Jahren nach Vollendung der Wohnungen zurückgez»hlt sein müsse. Auch für die Sephardim kaufte dieser Verein 80 Häuser, und sind inzwischen noch weitere 30 Häuser fertig gestellt worden. Der dritte Verein nennt sich ”3j5y IV3. („Haus Jacobs“); er besteht ads sieben zig Mitgliedern und hat sich westlich vom Vereine "Sg”15T ptt» weit von der Stadt angekauft, da in der Nähe desselben der Preis des Bodens gestiegen war. Die grosse Entfernung von der Stadt brachte grosse Uebelstände und Unkosten mit sich, und der Zweck des Vereins wäre wohl ein verfehlter geblieben, wenn nicht Herr Israel Hurwitz dem TOTTin den Rath gegeben hätte, für die Armen dieses SSlB 10 Häuser dem Vereine abzukaufen und dieselben auf je 6 Jahre umsonst darin wohnen zu lassen. So geschah es auch; der SSl3 kaufte die Häuser, “3j5T rV2n wurde gebaut und mit einem Backhaus und allen sonstigen erforderlichen Einrichtungen versehen. In diesem Jahre hat Herr Kissim einen Verein gegründet und nördlich von Jerusalem an der Strasse nach Sichern (BSV), Grundbesitz erworben und etwa 20 Häuser darauf errichtet. Platz hat dieser Verein noch genug, aber es fehlt an Geld zum Weiterbauen. Herr David von Meseritz kaufte ein Stück Land zwischen “nS3Vn*?PD* und “0’-l2VHRO, und Hess 10 Wohnhäuser und ein Bethaus darauf errichten. Er überliess das Ganze den Armen, die abwechselnd 6 Jahre umsonst darin wohnen dürfen, und nannte es "TH TV3». Inzwischen haben auch andere Juden grosse und schöne Häuser ausserhalb der Stadt gebaut. So ist die Neustadt Jerusalems eine grosse und schöne Stadt geworden. Sie besteht aus etwa 600 Häusern mit ungefähr 4000 jüdischen Bewohnern. «TTH1 p

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