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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 34.
Article
Beilage zu Nᵒ 34.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 170 — Die Neustadt in Jerusalem.*) Der Reisende, der von der Meeresküste kommend, sich der Stadt Jerusalem nähert» gewahrt stierst ein schönes Haus su seiner Rechten. Er fragt: Wem gehört dies Haus? Die Antwort lautet: Einem Juden. Bald bemerkt er eine Oruppe ron etwa 30 aus Stein gebauten Häusern. Auf seine Frage nach den Besitsern, sagt man ihm, dass diese Häuser Juden gehören, dass sie den Namen *3p?'!V3. tragen und von einer jfldischen Baugesellschaft errichtet worden sind. Weiter schreitend kommt er an eine neue Häusergruppe mit schönen Gärten umgeben, und er erfährt su seinem Erstaunen, dass auch die Häuser Juden gehören. Verwundert fragt der Reisende: „Ist dies Jerusalem, •das ich mir als eine Stadt roll Trömmerhaufen vorgestellt? Ich sehe nur schöne Häuser und liebliche Gärten. Wahrlich, Jerusalem fängt an, sich aus dem Staube su erheben und Juden sind es, die es wieder aufbauen!“ Es verhält sich wirklich so! Jerusalem fängt an, den Witwenschleier ein wenig vom Gesichte su entfernen. Die Stadt sieht ihre Kinder wieder allmählich su sich surltckkehren und ihre Trümmer aufbauen, die Mutter freut sich, sie zeigt den neuankommenden Kindern ein freundliches Gesicht, wenn ihr Hers auch von Kummer schwer beladen ist. Seit dreissig Jahren haben die Juden ausserhalb der Mauern des alten Jerusalems einen ganz neuen 8tadttheil aufgeföhrt. Bis vor dreissig Jahren wagte es kein Mensch, ausserhalb der Stadt su wohnen, die Unsicherheit für Eigenthum und Leben war zu gross. Und so blieb die nächste Umgebung von Jerusalem traurig und Öde, bis im Jahre 5615 Sir Moses Montefiore und seine Gemahlin nach Jerusalem kamen. Sir Moses hatte Ober die von dem verstorbenen Juden Turo für die Armen Jerusalems hinterlassenen Gelder zu verfügen und er entschloss sich, ihnen bessere Wohnungen damit su verschaffen. Er kaufte auf der Westseite Jerusalems, aut einem nach dem Thale Hinom hin liegenden Hügel ein Stück Land, Hess es mit einer Mauer umgeben und swei 0 Häusern darauf erbauen. Als nach swei Jahren Sir Moses wiederkam, weihte er die inzwischen vol- . lendeten Häuser ein und ordnete an, dass eine Windmühle errichtet werde, da ihm einige Leute gesagt hatten, dass eine solche von grossem Vorheile sein und den Preis des Mahlens auf die Hälfte herabbringea würde. Die Sache kostete viel Geld, da alle Geräthe von England gebracht werden mussten. Montefiore bestimmte nun die beiden Häuser für den Betrieb der Windmühle, wies auch dem Aufseher über die Mühle und die Bearbeitung der dazu gehörigen Aecker eine Wohnung darin an und Hess weitere Wohnhäuser errichten, und zwar waren deren schon 24 im Jahre 5620; man nannte diese Wohnungen "O'UWP HPCWO.. („Ruhige Wohnungen“). Das waren die ersten ausserhalb der Stadtmauer gebauten Häuser. Montefiore, der überhaupt der Erste seines Zeitaltres war, der ein überaus warmes Interesse für das heilige Land zeigte, gebohrt auch das Verdienst, der Erste sum Wiederaufbau Jerusalems beigetragen su haben. Anfangs wollte Niemand in diesen neu errichteten Häusern ausserhalb der Stadt wohnen; die Furcht vor Dieben und Räubern war su gross. Man Hess das Loos entscheiden, wer die Wohnungen zu beziehen habe; Montefiore überliess ihnen diese umsonst, ja er gab sogar noch Geld dazu, und heute nochischickt er jährlich eine bestimmte Summe darfflr nach Jerusalem. Im Jahre 5628 kam er abermals und Hess weitere vierzig Häuser aufführen. Als die Leute in Jerusalem sahen, dass ihre Furcht unbegründet war und dass die „ruhigen Wohnungen“ wirklich ruhig waren, ward in ihnen allmählich das Verlangen rege, sich ausserhalb der Mauern und der engen Stadttheile anzusiedeln. Fünf Männer, die Herren Binsch Salant, Irel Moseheh, L5b Horwita, Josua Joliv und Michael Kohen kauften ein Grundstück an der nach Jaffa führenden Strasse und zahlten für jede Quadratelle S5 Pfennige (jetzt hat eine Elle einen Werth von etwa 35 Groschen). Doch konnten sie aus Mangel an Geld keine Häuser bauen » sie gruben deshalb nur einen Brunnen dasei bet, bis sich im Jahre 5629 noch zwei weitere Männer ihnen beigesellten: Josef Riwlin und Chajim Levi. Diese sieben fingen nun an Häuser su bauen und nannten sie TTS2tP flSrü». Bald fanden sieh auch noch Andere, die neben ihnen sich ankauften und bauten, so dass heute etwa 200 Häuser an diesem Platze stehen, in denen ungefähr 400 Familien, wohnen. - , ) An» der 172 mttOP.,

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