Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 29.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 29.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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— 158 — Die Coloßisation Palästisa’s. -- Die Colonie "mpn nns,,.*) ' i Vl&2 *ll?n Ssn „Alles hinget vom Glücke ab“, sogar die Colonien in Palästina; denn die drei l'olonien: "HOB CX*1.. pot-!., und ,8a m a rin* haben Leute gefunden, die sich ihrer warm annehmen, während für “mpn Wifi,, sich immer noch keine begründete Hoffnung »eigen will. Aber, verhält es sich wirklich so, ist für ‘TTlpn Wifi., wirklich keine Hoffnung vorhanden? Fraget nur Diejenigen, die diese Colonie schon besucht haben und sie kennen; sie werden Euch sagen, dass wenn irgend eine Colonie im heiligen Lande berechtigt ist, auf eine schöne Zukunft zu vertrauen, es gewiss “mpn Wifi., in erster Linie ist. Nur hat diese Colonie ihre Kämpfe und Leiden nicht, gleich anderen, sofort an die grosse Glocke gebracht; fünf Jahre, seit ihrer Gründung, kämpft sie, ohne sich zu beklagen, mit allen möglichen Widerwärtigkeiten, bald mit Geldmangel, bald mit Hindernissen seitens der Negierung, bald mit Feindseligkeiten durch äussere oder gar innere Feinde. Trotz dieser Widerwärtigkeiten hat sie wacker ausgehalten, hat für andere Colonien die Bahn gebrochen und sich nicht beklagt. Nun aber klagt sie leise und fleht: „Brüder, meine Kräfte erlahmen, helfet mir ein wenig, bis ich wieder frische Kräfte gesammelt habe, um auf der begonnenen Bahn weiterzuschreiten!" Wird man ihr zu Hilfe kommen? Wer, auf eigene Kraft sich stützend, seinen Weg, ohne rechts oder links zu blicken wandelt, wer die Hilfe Anderer verschmäht, dem ruft man gerne bei der ersten Gelegenheit höhnend zu: .Sehet den hochmüthigen Armen, und man freut sich, wenn seine Pläne nicht zur Ausführung kommen. — Man möge sich daher in Acht nehmen, in diese allgemein menschliche Schwäche zu verfallen und vorurteilsfrei richten. Ich will hier nicht flehen und jammern, sondern nur den Gang der Ereignisse erzählen._ Geschichte der Colonie. Die früheren Generationen, welche bei den damaligen Zeitverhältnissen eine eigentliche Colonisation des heiligen Landes für unmöglich hielten, glaubten dem Gebote |HK 21V' durch das blosse Wohnen im heiligen Lande Genüge geleistet zu haben. Viele, die ihr Herz aniriob, im Lande der Väter ihre Tage zu vollbringen, wurden durch ihre Mitbrüder unterstützt, um dies möglich zu machen. Ihre Kinder jedoch, die sich auch schon mehr mit Handel und Gewerbe befassten, sahen sich, da alle Häuser in Jerusalem Christen oder Arabern gehören, in die Notwendigkeit versetzt, sich selbst Grundstücke zu erwerben und sich Häuser zu bauen. Sio gründeten einen Verein "0712 '112., (Häuser- Erbauer) und binnen zwölf Jahren waren ungefähr üOO Häuser von ihnen errichtet. Und so wurde der Gedanke an eine wirkliche ColonisaÜon Palästina s durch Bearbeitung des Bodens in ihnen waohgerufen. Im Jahre 5(1113 liess die Negierung ein grosses Besitztum unweit Jericho zum Verkaufe ausbieten. Um dises Grundstück zu erwerben, bildete sich In Jerusalem ein Verein, der sich den Namen "flipn IWB.. beilegte und au dessen Spltac R Meier Auerbach der Oberrabbiner der aechkenasischon Gemeinde stand. Das notwendige Geld kam durch die Vereinsmitglieder allmählich zusammen, und man war, indem man andere Käufer überbot, schon nahe daran, den Kauf fest abntischllessen, als ein neuer Pascha nach Jerusalem kam (er ist noch heute da), der die t »Ionisation Palästlna's durch Juden mit feindlichen Blicken betrachtete und den Ankauf vereitelte, Der Verein löste sich auf. Einige Mitglieder verloren jedoch den Mut nicht und bemühten sich, irgendwo Ländereien von der Negierung su erwerben, aber es schlug überall fehl und es blieb nichts übrig, als von Privatleuten zu kaufen. Im Jahre 5659 kamen sie nach Jaffa, und als sie fanden, dass der Boden des Dorfes Amalbasch vorzüglich ist, suchten sie dort Besitztum su erwerben. Das su Amalbasoh gehörige Feld ist sehr gross, nämlich 14,200 Dulam, woran 3 Besitzer partizipiren; 3284 Dulam gehören dem Griechen Kasar, 8300 Dulam dem Griechen Taijon und 2700 Dulam sind noch im Besitze der Felachen. Die Luft des Ortes ist ungesund, denn er liegt am Bache llirakon und ist mit Sümpfen und Morasten umgeben, deren Ausdünstung in den letzten Sommern ein Fieber bei den Bewohnern hervorrief. Die Mitglieder des Vereins wussten da«, kehrten sich aber nicht daran, denn sie sprachen: •) Aus der ‘jnt ITW20,