Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 17.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 17.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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— 105 — Wie Ihnen bekannt, waren im Einvernehmen mit einam dar Edalatan nnaerer Brüder in Paria, mit ainem Füraten Iaraalw, elf jüdiaohe Bauern, Familienväter in den beeten Jahren vom Mohilewer Rabbiner auagewählt, und aua dortiger Gegend vor Jahreafriat naoh der Aokerbanaohnle mpo* in » gekommen. Ihre Groeaväter, aur Zeit Alexander! u. Nicol aua, waren Mitgründer eine» der jüdischen Itauemdörfer in Ruealand gewesen. — Dooh alle Arbeitsfähigkeit und Tüchtigkeit hilft heutzutage deren Enkeln nicht mehr. Die Familien haben aioh vermehrt, das ererbte Land ernährt eie nicht, und neuer Zukauf oder Pachtung wird ihnen nicht gestattet — Mit Freude wurde daher die von Paria aua gebotene Hand aur Ansiedelung von 10 oder 11 tüchtigen Bauernfamilien im hl. Lande unserer Väter ergriffen. — Die Auagewählten bestanden ihre Probe in der Ackerbauschule „SkiC* mpa* »ur vollen Zufriedenheit, und nach reiflicher Auswahl unter den sum Verkauf stehenden Terrains hat Herr 8. Hirsch, der verdiente Direktor der Aokerbausohule, Namens des Herrn Michel Erlanger, eines der verdientesten und thätigsten Mitglieder der Alliance und einer der gelehrtesten Männer in Paris, und für Rechnung des oben angedeuteten Edlen, das Dorf Ekron (arabisch Akir) für diese 11 Bauornfamilieu angekauft, und sind dieselben im Augenblicks — der Zeit der Aussaat nach dem Frühregen — bereits in ihrem neuen Wohnsitze installirt und in voller Thätigkeit. Das Dorf Ekron ist die frühere Philisterstadt gleichen Namens (pip#), liegt eine kleine Strecke südlich von Ramleh, der Hauptstation der Joppe-Jerusalemer Landstrasse, und von „Lud* aua 2 Stunden nach Süden; sie war also in der alten Zeit die östlichste der 6 Bundesstädte der Philistäer-Republik (der QVWlB *310 ."TOjrti Während siejetst von Joppe aus mit gewöhnlichen Bauern wagen in ft Stunden erreichbar ist, also von “SkiCT Hlpö, aus in 4 Stunden und von der rusaiaoh-jüdisohen Colonie pPdl* aus in noch weniger Zeit — hatte sie in der alten Zelt nach Osten hin eine gute Landstrasse nach VvvN'3, dessen Ruinen (Ain Scherns) heute dem Dorfgebiete Artuff angehören, und welche Landstrasse dann weiter in die Gebirge Juda's nach 0*1?* n*1p, dem heutigen Abu Go so h, führte. Auf dieser Landstrasse konnte (Samuel 1. Rap. 0 u. s. f.) die von den Philistern erbeutet gewesene heil. Lade in einem Tage aua piOJ nach VVV JV3 gebracht und die Begleitung noch gleichen Tags aurüokkehren. Nach Behauptung des Herrn Gonsul Spaniol! in Jerusalem, derzeitigen Besitzers von Art uff, soll diese Strasse noch existiren.*) Auf pipS zurückkommend, bietet dessen Bodenbeschaffenheit und Lage die genügende Wasserversorgung, vor Allem aber die in jeder Beziehung liberale Ausstattung der Angesiedelten durch ihren Pariser Wohlthäter mit Häusern, Viehstand, allen nöthigen Aokerbaugeräthen und allen 1123k *313t, alle Bedingungen, die.ein Gelingen erhoffen lassen. — Die Freunde Zions in Paris, obenan Herr Erlanger, Herr Rabbiner Zado k Gähn, wie Herr Veneziani, sind von den besten Hoffnungen für den Erfolg dieser Ansiedelung erfüllt. Gleiches hotil Herr Hirsch, Direotor der Aokerbausohule, und gleiche Hoffnungen hegen unsere Freunde in Jerusalem, vor Allem Herr Michel Pines, der verdiente Freund Montefiore’s. Und Allen unter uns, denen das Prophetenwort 1121 ttnp.1 PIOTK bv ip*?n fVTliTTII« 71 *7131 (.TB .3 '*121) nSuTH'2 TS „Und der Ewige wird Juda als seinen Antheil besitzen auf dem heiligen Boden und hat wiederum Wohlgefallen an Jeruschalajim *, denen Seoharjah’s begeisterte Worte von der Rückkehr aus dem Exil noch kein leerer Schall geworden, — werden sich vorstehender Nachricht freuen, werden die vorstehenden Hoffnungen theilen. — Den elf jüdischen Familienvätern aber, die ich in „Stic nipö“ in voller Thätigkeit als tüchtige Bauern kennen gelernt, ihnen, denen diese Zeilen gewiss durch die Uebersetzung der russisch-jüdischen Zeitungen zu Gesichte kommen, ihnen rufe ich von ganzem Herzen aus der Feme „Viel Glück!* und „Seid standhaft!* zu. Mögen sie in unermüdlicher Ausdauer in ihrem Berufe und in ihrer Bodenarbeit ihre neue Wohnstätte auf gleichen und höheren Grad der Blüthe bringen, wie sie schon jetzt nach wenigen Jahren die Ansiedelungen der deutschen Schwaben im Thals Rep ha Km, in der Sarona und in Caifa ge niesen. — Mögen sie keinen Augenblick vor- *) Doch konnte ich keine Spur derselben entdecken, als ich mit zwei Freunden Art uff berichtigte; elieneowenig wusste der jüdische Wirth von B a b-e1-W ad an der Jerusalemer Landatrasse davon. — Wir eilten in!*/„ Stunden nach Artuff und in gleicher Zeit nach Cadron, auf gleicher Landstrasse, unweit dem aus Josua Cap. 10 berühmten Thals pS*S zurück. — Antuff, das voriges Jahr von Spanioli mittelst eines Angeldes einem Spekulanten überlassen war; der auf den veränderten Namen, „Har Tob“, Käufer anlocken wollte, ist nun nach Verfall des Angeldes, wie das Jerusalemer Journal „nSv^rt“ berichtet, von den englischen Missionären den russisch-jüdischen Flüchtlingen zur Ansiedelung angeboten, jedoch unter so ominösen Bedingungen, dass die meisten derselben auf das Danaergeschenk gerne verzichteten. Vgl. damit die groasherzige Liberalität unseres Pariser Glaubensgenossen in pipS.