Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 14.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 14.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 99 — Wu unsere Reol&mationen betreflfa der Bucarester Subsoriptionen anbelangt, finden Sie beiliegend die zwei Originalbriefe der Herren H. und F. zur gefi. Einsicht und Beurteilung. Wenn diese Herren nicht gewillt sind, ihre Einzahlungen unserer Casae abzufiihreu, sollen sie selbe Ihtun leisten, es ist dies einerlei, wenn damit nur den Unglücklichen in Samarin geholfen wird. Wollen Sie uns gefi. den Namen des Mandatars anzeigen, den der Woljlthater für Samarin delegirte, damit wir ihm unsere Rechnungen und andere Acten zukommen lassen können. Genehmigen Sie etc. mno nöTim naros crnx nsnoo m-n Die Vice-Präsidenteu: Der Secretair: 'Josef Abelcs, Josef ß. ßroctner. Sam. IHncles. -)-■»-- Die rumänisch-jüdische Gemeinde in Saffed (]")&¥)* Von den Vorstehern dieser Gemeinde ging mir nachfolgendes, aus dem Hebräischen übertragenes Schreiben zu, das ich allen edlen Herzen zur wärmsten Berücksichtigung empfehle. Halventll. Saffed (ncjo, p-oS Tonn noo m. Sie müssen uns verzeihen, wenn wir es wagen, Sie mit einer grossen Bitte zu belästigen. Sie wissen, geehrter Herr, dass die Leiden, dunen unsere Glaubensgenossen in verschiedenen Ländern seither ansgesetzt waren, am stärksten unsere Glaubensbrüder in Rumänien betroffen haben. Und so haben sich in jüngster Zeit ungefähr fünfzehnhundert jüdische Familien aus Rumänien hierher geflüchtet, von denen ein Drittel aus Witt wen und Waisen besteht, die sich in der grössten Noth befinden. Hunger und Elend nagen an den abgezehrten Körpern, ihre Noth ist ensetslich, himmelschreiend! 0 möge sich der Allgütige seiner verfolgten und so schwer heimgesuchten Kinder erbarmen 1 Die Noth dieser Armen zu beschreiben, ist uns unmöglich. Nicht genug, dass Hungef und Mangel an ihrem Leben zehren, — es sind auch Krankheiten unter ihnen ausgebrochen, eine Folge der haarsträubenden Noth und des ungewohnten Klimas. Wir haben weder die Mittel, Arzt und Arseneien zu bezahlen, noch ein Krankenhaus, um die Leidenden aufzunehmen. Es ist zum verzweifeln, hier nicht helfend eingreifen zu können. Die hohe deutsche Regierung hat uns allerdings durch ihren Konsul für Palästina sechshundert Francs übergeben lassen, womit wir uns eine kleine Apotheke eingerichtet haben. Aber was ist eine solche Summe, wo es gilt, Tausenden elender und halb verhungerter Menschen Hilfe zu bringen! Wir strecken deshalb unsere Hände hilfeflehend gegen Sie, edler Herr, aus, veranlassen Sie gefälligst, dass Hilfe komme. Die rumänischen Vereine allein können hier nicht Genügendes leisten. Wohl hat Herr Baron von Rothschild in Paris, der sich schon so vieler verfolgten Familien angenommen, in Berücksichtigung der Bereitwilligkeit vieler dieser unglücklichen Familien, sich durch Ackerbau zu ernähren, in seiner edlen Weise ihnen eine Unterstützung dukommen lassen; was soll jedoch aus den mehr als tanzend Kamillen werden, die zu schwerer Arbeit untauglich sind? Wir vertrauen auf Ihr edles Herz, das sich schon so oft bewährt hat. (Folgen die Unterschriften.! f' *• --