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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 1.
Article
Beilage zu Nᵒ 1.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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unsere Sitte» and Verhältnisse, di» beiderseitigen 8praohen eto. kennt, and dies ausdrücklich nur provisorisch auf wenig» Monate, wie Allee an» unserer Correspondenz za ersehen ist. Was den Herrn Franck selbst anbelangt, haben wir es Ihnen so oft wiederholt and erklären es nochmals jetzt, dass alle Erkundigungen, die wir früher Aber ihn eingesogen, sämmtlioh zu seinen Gunsten lauteten, sowohl die im Orient als in Paris, wo er unserem Dr. Lippe sehr warm reoommandirt ward, und was uns Herr Veneziani auch jüngstens in Bukarest bestätigte. Dieser edls Herr konnte auch über Herrn Brasseur, trotz der diesem zur Last gelegten Veruntreuungen und Missbräuche, nichts Bestimmtes aussagen, obschon er (Hr. V.) *all unsere Bechnongen in Caifa und Beyrouth revidirte und uns ersuchte, nach Erhalt der General-Rechnung von Herrn Franck, ihm eine Copie einzuschicken, um Alles genau zu controliren und uns zu sagen, wo eine Veruntreuung stattgefunden und wo ein Verdacht begründet sei; denn er weise Alles, was uns natürlich auch sehr lieb ist. Ohne hier die Verteidigung des Herrn Brasseur zu übernehmen, wollen wir Ihnen nur bemerken, dass uns Herr Franck wiederholt geschrieben, er sei ein grundehrlicher Mann immer gewesen. Wir verstehen also hieraus, dass es die Schuld unserer Colonisten gewesen ist, wenn Herr Brasseur die Gelegenheit benützte, um Unredlichkeiten zu begehen, wenn dieses überhaupt geschehen sein sollte. Denn hätten alle Colonisten treu ihren Beruf erfüllt, hätten sie sich alle brav aufgeführt und Einigkeit unter sich gehabt, so würde sich Niemand etwas Nachtheiliges erlaubt haben. Wenn aber der Administrator gesehen, dass die Leute unter einander sanken, die Arbeit vernachlässigen, keinen Ernst bezeugen, etc.; wenn er gesehen, dass die Meisten sich mit Politik und Intriguen beschäftigen; wenn er gesehen, dass Diejenigen, die man Pferde zu kaufen schickte, für sich einen Extrabetrag ersparten; wenn Diejenigen, die Ochsen einkauften, ebenfalls es so machten, und er ülerhaupt aus den Handlungen Mancher erkannte, dass sie es darauf absehen, das Ganze zu vernichten, um ihre Pläne auszuführen, dachte er vielleicht: wo sich Zwei schlagen, profitirt der Dritte. — Um zu den Ansgaben zurückzukommen, waren die Colonisten nicht mit sechs Francs und nicht mit zwölf Francs per Woche dann zufrieden. Sie stellten die Arbeiten ein und Alles war in Aufruhr; bald für, bald gegen den Administrator, bald für, bald gegen Brill; bis endlich Herr Franck nach Caifa und Saxnarin kam, und gegen unsere Ordre die Wochengelder bemessen liess, wie es Jeder haben wollte, worauf Alles wieder ruhig wurde; woraus man zur Genüge erkennen kann, welche Absichten die Führer und Intriguanten beseelte, nämlich nur viel, recht viel Geld zu verschwenden, so viel als nur möglich — und noch mehr! Da keine Disciplin mehr herrschte, musste man Alle auf gleichem Fasse behandeln und zwar nach der Seelenzahl, so dass Leute, die hier in Rumänien mit acht bis 10 Fr. per Woohe Verdienst zufrieden waren, dort 20, 25 ja 30 Fr. per Woche erhielten, sogar bis zu 34 Francs extra Mehl, Mais, Fisolen, Kartoffeln und Miethzins. Statt der unsererseits berechneten 2000 FrJ per Monat, kam es auf 6000 Fr. per Monat zu stehen, und der Pesachmonat sogar auf 10,4)00 Francs. Als wir Herrn Franck Vorwürfe machten, gegen unsere Ordre gehandelt zu haben, echrieb er uns, er fände es im allgemeinen Interesse rathsam so vorzugehen, da er auch von dort aus mit der n Alliance“, deren Präsident er in Bayrouth ist, unterhandle, und auch mit anderen seiner Freunde im Auslände, um eben deren Unterstützung für die Colonien heranzuziehen, was ihm auch gelangen wäre im Verein mit unseren Bemühungen von hier aus. Um eben jede Unzufriedenheit unter den Colonisten zu beseitigen, fände er es für klüger einige tausend Francs zu opfern, um der Welt keine schlechte Meinung beizubringen Auch scheint er unsere Geldmittel überschätzt zu haben. Denn wir unserseits bemerkten bereits im Januar, dass das Debarkiren der letzten Transporte einen gewaltigen Biss in unserer Casse gemacht, und als wir die Prätentionen der Colonisten in Folge der Intriguen sahen, als wir gewahrten, dass viele nicht wie Bauern, sondern wie reiche Pensionäre behandelt werden wollen; andererseits aber den Stand der Angelegenheit in Rumänien selbst in Betracht, zogen, mussten wir uns gestehen, dass wir ohne Hülfe vom Auslande, die Installirung der C lonie nicht werden zu Stande bringen können. Wir hatten bereits früher eine rege Correepondenz mit dem leider so früh verstorbenen, hochwürdigen Dr. Landsberg, Rabbiner in Liegnitz, der C.-C.-Mitglied der «Alliance* für Deutschland gewesen, das uns_auch stets ermunterte und das Eingreifen der „ Allianoe* versprach, wir waren in steter Fühlung mit den «Bene Brith* in Katowitz, die so eifrig für unseren Zweck arbeiten; wir oorreapondirten mit dem

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